Merken

Über 2 000 demonstrieren gegen Schließung des Siemens-Werkes

Gegen den drohenden Verlust von zahlreichen Arbeitsplätzen gingen in Görlitz am Donnerstag die Menschen auf die Straße. Neue Details zu den Plänen verriet Siemens auch heute nicht.

Teilen
Folgen
© SZ

Görlitz. Mehr als 2 000 Görlitzer haben sich bei einer Demonstration vor dem Görlitzer Siemens-Werk für dessen Erhalt ausgesprochen. Das Görlitzer Turbinenwerk hat 950 Mitarbeiter. Nach Pressemitteilungen ist dessen Schließung möglich. Siemens, so erklärte dessen Vorstandsvorsitzender Joe Kaeser, heute vor Journalisten in München müsse auf den Absatzeinbruch bei großen Dampfturbinen reagieren. 4 000 Jobs könnten bei den Umstrukturierungen in der Kraftwerkssparte zum Opfer fallen. Jedoch: Diese großen Turbinen werden gar nicht in Görlitz hergestellt. Hier hat man sich, wie der Görlitzer Siemens-Betriebsratsvorsitzende Christian Hainke erklärte, seit 2001 auf den Bau von Industrieturbinen konzentriert. Das sind kleinere, flexibel einsetzbare Turbinen wie sie bei der dezentralen Energieversorgung, bei der Energiegewinnung aus Biomasse, bei der Müllverbrennung oder Kraft-Wärme-Kopplung zum Einsatz kommen. Nachdem Siemens auch heute keine Einzelheiten zum Sparprogramm mitgeteilt hatte, sollen nun am Donnerstag kommender Woche die Arbeitnehmer von Siemens-Chef Kaeser über die geplanten Veränderungen informiert werden. Wiederum eine Woche drauf plant die IG Metall weitere Protestaktionen in Berlin, zu denen auch Mitarbeiter von Siemens Görlitz fahren werden. (szo/sb)