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Über 50 Razzien an „gefährlichen Orten“

ZU den gefährlichen Orten in der Neustadt gehören auch einzelne Abschnitte der Alaunstraße. © Sven Ellger

Besonders häufig war die Polizei in der Dresdner Neustadt im Einsatz. Außerdem kam ein neuer Platz dazu.

Die Saison ist für die Polizei nie ganz gelaufen. Auch bei Wind und Wetter, selbst bei Eis und Schnee rechnen die Beamten mit kriminellen Geschäften im Freien. Die gefährlichen Orte der Stadt, die bei den Beamten seit etwa Jahresmitte „herausragende Kriminalitätsbrennpunkte“ heißen, bleiben auch im Winter im Blick. 

Polizeisprecher Marko Laske weiß zwar auch, dass in den Wintermonaten weniger Menschen draußen unterwegs sind. „Dennoch wird die Polizei auch in dieser Zeit an den Kontrollen festhalten, wenn auch in anderen Abständen.“ Im Sommer rückten die Beamten teilweise im Tagesrhythmus an den gefährlichen Orten an.

Einsatzschwerpunkt war in diesem Jahr die Neustadt

Die jeweils zuständigen Polizeireviere sind für die Einsätze an den gefährlichen Orten verantwortlich. Für die Neustadt ist es das Polizeirevier Dresden-Nord an der Stauffenbergallee. Chef Matthias Imhof und seine Kollegen waren in diesem Jahr bis Ende September 36 Mal im Einsatz, um mit Unterstützung der Bundespolizei gegen Drogenhändler, Taschendiebe und Schläger vorzugehen. Besonders häufig waren die Beamten im Juli vor Ort. Allein elf Einsätze stehen in diesem Monat in der Statistik. Dazu gehören auch mehrere Razzien, bei denen die Polizei ganze Abschnitte der Alaunstraße abgesperrt oder mehrere Lokale durchsucht hat. Der Erfolg hielt sich in Grenzen: Große Drogenfunde machten die Beamten nie, in den Gaststätten wurde bei den Razzien gar nichts gefunden. Aber in Beeten und Rabatten entdeckten die Fahnder damals Rauschgift-Tütchen, regelmäßig stellten sie bei solchen Einsätzen Personen, die Drogen bei sich hatten.

Immer weniger Razzien auf dem Wiener Platz

Die Fläche zwischen Hauptbahnhof und Prager Straße war ursprünglich der Ort, an dem die Polizei am häufigsten auftauchte, um gegen die Drogenszene zu kämpfen. Von Februar 2014 bis zum Februar 2018 fanden dort 84 Kontrollen statt. Dabei haben die Beamten 413 Drogenbesitzer gestellt. Inzwischen ist es ruhig geworden auf dem Wiener Platz. In diesem Jahr waren die Beamten aus dem Revier Mitte gemeinsam mit der Bundespolizei dort nur 16 Mal im Einsatz. „Wir haben verhindert, dass sich am Hauptbahnhof eine Drogenszene etablieren konnte“, stellte der Leiter des Reviers Mitte André Marschke deshalb schon im Juli fest. Da war der vorerst letzte Einsatz auf dem Wiener Platz schon Geschichte. Er fand am 30. Juni 2018 statt. Bei diesem Einsatz war die Polizei acht Stunden vor Ort und kontrollierte 29 Personen. Nur einmal wurden die Beamten fündig: Ein 24-jähriger Mann, der aus Pakistan stammte, hatte etwas Cannabis bei sich. Marko Laske stellte daraufhin fest, die fortwährenden Kontrollen hätten ihre Wirkung nicht verfehlt. „Im Vergleich zu den Vorjahren werden aktuell deutlich weniger Straftaten festgestellt. Insofern hat sich die Situation entspannt.“

Neue Aufgaben für die Polizei am Rand von Gorbitz

Am 8. Juli 2018 stufte die Polizei den Amalie-Dietrich-Platz als gefährlichen Ort ein. Das Gebiet, das seitdem unter besonderer Beobachtung der Beamten steht, umfasst aber nicht nur die Fläche beiderseits der gleichnamigen Straßenbahnhaltestelle. Eingeschlossen sind auch die Höhenpromenade und der Merianplatz. Vier Mal war die Polizei dort bis Ende September mit Sondereinsätzen präsent. „Der überwiegende Teil der dort festgestellten Tatverdächtigen ist männlich, zwischen 18 und 40 Jahren alt und kann keiner bestimmten Nationalität beziehungsweise ethnischen Herkunft gehäuft zugeordnet werden“, sagte Polizeisprecher Marko Laske nach den ersten drei Einsätzen. 

Gewaltkriminalität wie Körperverletzungen oder Raub häuften sich am Amalie-Dietrich-Platz. Im Sommer und im Herbst gab es Nächte, in denen die Polizei dort sogar mehrmals eingreifen musste. Die Täter waren nicht zimperlich, auch Messer waren im Spiel.