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Über die Gruppe Freital und andere rechte Kameradschaften

Warum Sachsen? Diese Frage ist Thema einer Vortragsreihe über das Ansteigen rechter Gewalt. Auftakt war in der Neustädter Groovestation.

Von Alexander Schneider

Im Oktober 2015 wurde das noch junge alternative Wohnprojekt Mangelwirtschaft in Übigau nachts angegriffen mit Böller und Buttersäure. Es war ein gezielter Anschlag Rechtsextremer, hinter dem die sogenannte Gruppe Freital stehen soll. Die Generalbundesanwaltschaft ermittelt gegen die Gruppe, auf deren Konto unter anderem auch Angriffe auf Asylbewerber gehen sollen, wegen versuchten Mordes und Bildung einer terroristischen Vereinigung. Acht Verdächtige sitzen in Haft.

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Anklage wurde noch nicht erhoben, doch die Justiz bereitet sich längst auf den Prozess vor. Die erwartete Verhandlung ist der Anlass für eine Vortragsreihe, die das Kulturbüro Sachsen, der RAA Sachsen gemeinsam mit den Bewohnern der Mangelwirtschaft organisiert haben. Sie wollen rechtsextreme Strukturen und Ziele in Sachsen und Dresden aus verschiedenen Perspektiven beleuchten.

Danilo Starosta, Referent im Kulturbüro, berichtete zum Auftakt in der Groovestation, dass in Sachsen die größte Vielfalt „freier Kameradschaften“ existiere. Nicht parteigebundene Gruppen, bereit für dezentrale Aktionen – wie man sie nur von der Antifa kannte. Auch die Vielzahl an Läden, Versandfirmen und Produktionsstätten der Szene sei in Sachsen am größten.

2015 sei die Anzahl rechter Demos sachsenweit massiv angestiegen – wie auch Bedrohungen, Übergriffe und Gewalttaten. Zur Kameradschaftsszene in und um Dresden, was sich angesichts eines Terrorprozesses gegen die Gruppe Freital angeboten hätte, war nichts zu erfahren. Das könnte am 7. Dezember in der Veränderbar nachgeholt werden. Bemerkenswert ist, dass die Bewohner der Mangelwirtschaft bewusst an der Reihe mitwirken. Sie wollen zeigen, dass sie sich weder einschüchtern noch mundtot machen lassen.

Die weiteren Veranstaltungen:

Dienstag, 8. November, 20 Uhr, Motorenhalle, Wachsbleichstr. 4a: Pegida und der politische Rechtsruck.

Donnerstag, 24. November, 19 Uhr, Projekttheater, Louisenstr. 47: Perspektivwechsel – Betroffene rechter Gewalt sprechen.

Mittwoch, 7. Dezember, 19 Uhr, Veränderbar, Görlitzer Str. 42 (HH): Warum Sachsen? Rechte Terrorgruppe und ihre Basis im Bundesland.

Mittwoch, 14. Dezember, 19 Uhr, Stadtteilhaus Emmers, Bürgerstr. 68: Alternatives Wohnen. Mehr als ein Opfer rechter Angriffe und Bedrohungen.

www.kulturbuero-sachsen.de