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Über Nacht doppelt so groß

Es ist beiden nicht leicht gefallen. Trotzdem bilden die Gemeinde Bockelwitz und die Stadt Leisnig seit Januar eine Kommune.

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In der Nacht zum 1. Januar 2012 ist Leisnig gewachsen: flächen-, einwohner- und schuldenmäßig. Zum Gemeindegebiet gehören jetzt 78 Quadratkilometer Fläche, auf der 8 909 Einwohner leben. Zu den Schulden, die Leisnig unter anderem für den Bau der Mittelschule, den Ausbau des Gewerbegebietes oder den Bau der Umgehungsstraße aufgenommen hat, kommen die der Gemeinde Bockelwitz. Dort sind noch alle Wohnungen kommunal und nicht wie in Leisnig einer Tochtergesellschaft übergeben. Auch Bockelwitz hat ein erschlossenes Gewerbegebiet.

Die Umschuldung des Kassenkredites in Höhe von 1,35 Millionen Euro blieb noch ein dreiviertel Jahr Thema. Die Behörden waren sich über die Handhabung zunächst uneins, das lähmte die Aufstellung des Haushaltsplanes. Diese Hürde war ohnehin sehr hoch: zwei unterschiedliche Haushaltsführungen waren zusammenzubringen. Die Hochzeitsprämie ging dafür „drauf“ und für Personalkosten, die nach der Angliederung sogar dem Landratsamt als Rechtsaufsichtsbehörde viel zu hoch sind. Also steht als Aufgabe für 2013, ein Personalentwicklungskonzept zu erstellen. Auf den ersten Blick bleibt nur, Mitarbeiter vorzeitig in den Ruhestand zu schicken – ersatzlos.

„Eine Liebesheirat wird es nicht“, das hatte der Bockelwitzer Bürgermeister schon vor einem Jahr offen zugegeben. Und bei der Vernunftehe ist es nach dem ersten Jahr ganz offensichtlich geblieben. Geschlossen wurde sie aus finanziellen Gründen. Die Finanzknappheit hat auch das erste Ehejahr häufig überschattet. (DA/hst)