merken
Wirtschaft

Über zehn Millionen Menschen in Kurzarbeit

Noch nie waren so viele Menschen wie jetzt in Kurzarbeit. Die Zahl wirft auch ein Licht auf das wahre wirtschaftliche Ausmaß der Corona-Krise.

© Jens Büttner/dpa (Symbolbild)

Deutschlands Unternehmen haben in der Corona-Krise bis zum 26. April für 10,1 Millionen Menschen Kurzarbeit angemeldet. Diesen Rekordwert gab die Bundesagentur für Arbeit am Donnerstag in Nürnberg bekannt. Damit wurden alle Prognosen von Volkswirten bei weitem übertroffen. Die Schätzungen der Experten hatten zwischen drei und sieben Millionen Menschen gelegen. 

Der bisherige Rekordwert der Bundesagentur für Arbeit für dieses arbeitsmarktpolitische Instrument stammt aus dem Mai 2009. Damals waren 1,44 Millionen Menschen in Kurzarbeit. Im gesamten Krisenjahr 2009 waren 3,3 Millionen Anzeigen für Kurzarbeit bei der Bundesagentur eingegangen.

Anzeige
Die Tamanduas freuen sich über Daria
Die Tamanduas freuen sich über Daria

Mutter Kiwi brachte ihr drittes gesundes Jungtier im Februar zur Welt.

🔸 Unser Push-Service zum Coronavirus 🔸

Wie entwickelt sich die Lage weltweit und in Sachsen? Über unsere Push-Benachrichtigungen halten wir Sie über das aktuelle Geschehen in Sachen Coronavirus auf dem Laufenden. So abonnieren Sie den kostenlosen Push-Service.
(Leider nicht kompatibel für iPhone und iPad.)

Die Kurzarbeit dient dazu, Arbeitnehmer mit staatlicher Hilfe im Job zu belassen und Entlassungen zu vermeiden. Trotz der extrem hohen Zahl von Anzeigen für Kurzarbeit stieg auch die Zahl der Arbeitslosen im April saisonuntypisch an. Im April waren 308.000 Menschen mehr arbeitslos als noch im März und 415.000 mehr als im April 2019, teilte die Bundesagentur für Arbeit mit. Die Gesamtzahl stieg damit auf 2,644 Millionen. Dies entspricht einer Quote von 5,8 Prozent. Sie stieg im Vergleich zum März um 0,7 Punkte und im Vergleich zum April des Vorjahres um 0,9 Punkte.

>>> Mit unserem kostenlosen Newsletter schicken wir einmal am Tag die wichtigsten Nachrichten zur Corona-Krise direkt ins Postfach. Hier können Sie sich anmelden. <<<

"Die Corona-Krise dürfte in Deutschland zur schwersten Rezession der Nachkriegszeit führen", sagte der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur, Detlef Scheele. "Dadurch gerät auch der Arbeitsmarkt stark unter Druck." Die Arbeitslosigkeit sei erstmals in der Nachkriegszeit in einem April gestiegen. Normalerweise sinkt die Arbeitslosigkeit in dieser Jahreszeit wegen der Frühjahrsbelebung am Arbeitsmarkt.

Die Nachfrage nach Arbeitskräften sei parallel zum Anstieg der Arbeitslosigkeit und zum noch nie da gewesenen Niveau bei der Kurzarbeit regelrecht eingebrochen. Im April 2020 waren nur noch 626.000 unbesetzte Stellen bei den Arbeitsagenturen gemeldet, 169.000 weniger als noch vor einem Jahr. Saisonbereinigt sei die Zahl der offenen Stellen um 66.000 nach unten gegangen. (dpa)

Über das Coronavirus informieren wir Sie laufend aktuell in unserem Newsblog.

Mehr zum Thema Wirtschaft