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Überraschungen am Schlossteich

Das Ablassen des Wassers war schwieriger als gedacht. Sogar ein Taucher musste in Radeberg ran.

© Thorsten Eckert

Von Thomas Drendel

Radeberg. Würden Ritter heute das Schloss Klippenstein stürmen wollen, dann wären sie nicht weit gekommen. Sie wären im Schlamm des Schlossteiches steckengeblieben. So dick ist mittlerweile die Modderschicht in dem Gewässer geworden. „Für uns war das Anlass, den Teich jetzt ausbaggern zu lassen. Das letzte Mal, als das geschehen ist, liegt schon Jahrzehnte zurück“, sagt Jürgen Wähnert, Sprecher der Radeberger Stadtverwaltung.

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Mitarbeiter der Stadtverwaltung und des Schlosses sehen sich das Wehr an.
Mitarbeiter der Stadtverwaltung und des Schlosses sehen sich das Wehr an. © Bernd Goldammer

75 000 Euro hatte die Stadtverwaltung für die Arbeiten veranschlagt. Vor wenigen Tagen haben die ersten Arbeiten begonnen. Eigentlich sind sie keine große Sache und es sollte auch ganz schnell gehen: Wehr hoch, Wasser raus, fertig. Doch dann wurde richtig Arbeit daraus. „Als die Mitarbeiter versuchten, das Wasser abzulassen, stellten sie fest, dass sich die Anlage nicht mehr regulieren lässt. Das Wehr ist kaputt. Es ließ sich nicht mehr anheben“, sagte er.

Fische in Sicherheit gebracht

Ein Taucher wurde angefordert. Er sah sich den Teil, der unter Wasser liegt, an. „Schließlich konnten wir einen Flaschenzug anbringen und das Schott damit öffnen“, sagt der Architekt von Schloss Klippenstein David Wohlgemuth. Die Instandsetzung des Wehres kommt jetzt noch zur ursprünglich geplanten Entschlammung des Teiches dazu. Knapp 100 000 Euro werden die Arbeiten jetzt wohl insgesamt kosten. Besonderes Augenmerk wurde auf die Tiere gelegt. „Wir konnten ja nicht einfach das Wasser ablassen und die Fische ihrem Schicksal überlassen.“

So wurde der Wasserspiegel zunächst etwas abgesenkt. So konnten dann die Fische leichter gefangen werden. „Sie wurden in Bottiche gesetzt und in den Hüttermühlenteich gebracht. Dort werden sie den Sommer über bleiben.“ Unter anderem wurden drei Hechte herausgeholt, was für ein Gewässer dieser Größe recht ungewöhnlich ist. Beim Einfangen der Fische erlebten die Mitarbeiter eine weitere Überraschung. Sie fanden zahlreiche Muscheln. Auch sie fanden im Hüttermühlenteich ein neues Zuhause.

Arbeiten dauern das ganze Jahr

Nach der Umzugsaktion wurde der gesamte Schlossteich abgelassen. Statt einer glitzernden Wasserfläche ist jetzt eine dunkelbraune Schlammfläche zu sehen. Das wird noch eine Weile so bleiben. „Die Bauleute werden voraussichtlich bis Ende des Jahres zu tun haben. Erst dann kann auch wieder das Wasser angestaut werden“, sagt Jürgen Wähnert. Im Zuge der Entschlammung wird auch das Ufer des Schlossgartens erneuert. „Es wird naturnah gestaltet. Die Holzpalisaden kommen weg und die Wiese wird bis unmittelbar an das Wasser herangeführt“, sagt David Wohlgemuth.

Jochen Rößler hat schon seit 40 Jahren seinen Garten direkt neben dem Teich. „Es ist schon schade, dass den Sommer über kein Wasser drin ist. Aber die Arbeiten müssen ja gemacht werden“, sagt der Radeberger. Er erinnert sich noch genau, als 2002 die Ufermauer an der Langbeinstraße instand gesetzt wurde. „Damals fuhren die Bagger durch meinen Garten. Alles wurde wieder picobello hergerichtet. Mit den Bauleuten haben wir sogar gegrillt.“ Jetzt freut er sich, dass der Schlossgarten erneuert wird. Da nehmen wir die Belastungen durch die Arbeiten gerne in Kauf.“