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Überspannung löst Brand aus

Feuerwehren aus der Stadt Radeberg und der Umgebung waren im Einsatz. Enso-Mitarbeiter beobachteten das Ereignis von Heidenau aus.

© Rocci Klein

Von Thomas Drendel

Radeberg. Anwohner an der Heinrich-Gläser-Straße in Radeberg wurden am frühen Freitagmorgen von Feuerwehrsirenen geweckt. Gegen 4.30 Uhr schlugen Flammen aus dem Umspannwerk, Rauch stieg auf. Die Feuerwehren aus der Stadt und der Umgebung fuhren zu der Anlage. Allerdings hieß es für die Einsatzkräfte erst einmal warten. Denn zunächst musste ein Mitarbeiter des Energieversorgers Enso überprüfen, ob die Teile keinen Strom mehr führen. In dem Umspannwerk liegen 110 000 Volt an.

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Bilder vom Einsatz im Umspannwerk

Nach dem er „Grünes“ Licht gegeben hatte, konnten sie die Flammen löschen. Nach Angaben von Enso-Sprecherin Claudia Kuba ist es in dem Umspannwerk kurzzeitig zu einer erhöhten Spannung gekommen. „Das kann durch etwas Umherfliegendes, etwa einen Ast oder einen Vogel, ausgelöst worden sein.“ Diese starke Spannung habe den sogenannten Spannungswandler überbeansprucht, sodass sich das Öl darin erhitzt hat und die Anlage geborsten ist. Eine Gefahr für Menschen habe nicht bestanden. „Das Gelände des Umspannwerkes ist weiträumig umzäunt.“ Nach Angaben von Claudia Kuba haben ihre Kollegen in der Leitstelle in Heidenau den Vorfall quasi live beobachtet. „Die haben gesehen, wie sich der betreffende Teil der Anlage abschaltete und sich automatisch binnen einer Sekunde die Ersatzanlage zugeschaltet hat.“

Wegen der kurzen Reaktionszeit hätten Stromkunden nichts mitbekommen. „Das äußerte sich lediglich in einem kurzen Flackern der Zimmerlampe. Einen Ausfall der Stromversorgung gab es nicht.“ Derzeit wird das Umspannwerk repariert. „Wir sind mit eigenen Mitarbeitern, aber auch externen Fachleuten in der Anlage. Sie montieren den defekten Wandler ab und ersetzen ihn durch einen neuen.“ Außerdem wird das ausgelaufene Öl beseitigt. Die Arbeiten werden sich bis ins Wochenende hinziehen. „Stromkunden werden davon nichts mitbekommen. Die Versorgung ist durchgehend gewährleistet.“ Nach ihren Angaben ist ein solcher Vorfall sehr selten. „Ich kann mich nicht erinnern, wann das letzte Mal so etwas vorgekommen ist.“ Mit der aktuell herrschenden Hitze und der Trockenheit habe der Zwischenfall nichts zu tun. Wie hoch der Schaden ist, kann die Enso noch nicht beziffern. Das Umspannwerk hat eine große Bedeutung für Radeberg. 12 500 Kunden werden von hier aus beliefert. „Deshalb ist die Anlage auch doppelt bestückt. Beim Ausfall eines Aggregats springt eine Ersatzanlage an.“ In dem Umspannwerk wird die Spannung von 110 000 Volt auf 20 000 Volt gebracht. Dann wird die Energie weiter an Umspannstationen und schließlich die Haushalte und Firmen verteilt.

Die Enso betreibt in ganz Ostsachsen zwischen Altenberg, Oybin und Zeithain 48 solcher Umspannwerke. Den letzten großen Stromausfall gab es zu Beginn des Jahres. Damals war Sturmtief Friederike über das Land gerast und hatte zahlreiche Bäume entwurzelt und Freileitungen beschädigt. Nach Angaben von Claudia Kuba waren damals im gesamten Gebiet der Enso 42 000 Kunden von Stromausfällen betroffen. 120 Mitarbeiter des Energieversorgers waren im Einsatz, um die Schäden zu reparieren.