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Uhrenfirma Nomos auf Erfolgswelle

Obwohl es in der Branche nicht mehr so richtig gut läuft, kann die Glashütter Firma einen Neubau errichten. Auch Mitarbeiter werden gesucht.

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© Egbert Kamprath

Von Maik Brückner

Glashütte. Die Hülle steht, das Dach ist drauf. Die neue Fabrik in Schlottwitz hat Konturen angenommen. „Unsere Weihnachtsfeier konnten wir dort aber nicht feiern“, sagt Uwe Ahrendt, Geschäftsführer des Uhrenherstellers Nomos Glashütte. Dieses kühne Ziel hatte er, als er die Neubaupläne im Frühjahr im Glashütter Stadtrat vorstellte. Dieser Plan ging zwar nicht auf. Doch unzufrieden ist der Chef der Uhrenfirma ganz und gar nicht. „Das Jahr 2016 war erneut das Beste in der Nomos-Geschichte“, sagt der Firmenchef. Und das auf ganzer Linie.

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Im Dezember steht sann der Rohbau, den Geschäftsführer Uwe Ahrendt an der Müglitztalstraße errichten lässt. Im Mai soll das Gebäude bezugsfertig sein. Bis zu 45 Mitarbeiter, die bisher in Glashütte arbeiten, sollen hier tätig werden.
Im Dezember steht sann der Rohbau, den Geschäftsführer Uwe Ahrendt an der Müglitztalstraße errichten lässt. Im Mai soll das Gebäude bezugsfertig sein. Bis zu 45 Mitarbeiter, die bisher in Glashütte arbeiten, sollen hier tätig werden. © Egbert Kamprath

Gleich zu Beginn des Jahres räumte die Firma bei der renommierten Uhrenmagazin-Leserwahl „Goldene Unruh“ ab, sie holte zwei erste und einen dritten Preis und war so gut wie keine andere Uhrenfirma. Im Frühjahr gewann das Nomos-Team mit der Minimatik den Leserpreis des Fachmagazins Armbanduhren in der Kategorie „Klassische Uhr des Jahres 2016“.

Mit dem Modell Minimatik überzeugte Nomos nicht nur die Uhrenfans, sondern auch die Fachwelt. Nomos gewann mit der Minimatik zudem den deutschen Design-Preis „German Design Award 2017“. Zuvor wurde das Modell mit den ebenfalls renommierten Designerpreisen „Red Dot“, „Good Design Award“ und „iF Gold Award“ ausgezeichnet. Mehr Anerkennung geht kaum. Die Preise haben ihre Wirkung. Fachzeitschriften berichten darüber, Uhrenfans interessieren sich dafür. 2016 konnte Nomos mehr Uhren als 2015 verkaufen.

Bei vielen anderen Firmen läuft es nicht so gut. Nach Jahren des Wachstums geht es bei vielen Mitbewerbern – vor allem denen in der Schweiz – ruhiger zu. Denn insgesamt hat die Nachfrage nach Luxusuhren nachgelassen, da asiatische Kunden wegen der größer gewordenen Terrorgefahr nicht mehr so gern nach Europa reisen, um hier zu shoppen. Und Wohlhabende aus dem europäischen Osten sind aufgrund des schwachen Rubel vorsichtig geworden. Bei Nomos wirken diese Effekte nicht, da die Firma vornehmlich in Deutschland, Großbritannien und den USA unterwegs ist.

Einzug im Mai

Dennoch baut auch die Manufaktur nun vor. „Wir spüren die Folgen des Terrors bis dato nicht – jedenfalls nicht wirtschaftlich, nicht direkt“, sagt Ahrendt. Früher oder später könnten sich diese auch bei seiner Firma bemerkbar machen. Ahrendt ist überzeugt, dass eine Gesellschaft, die langfristig durch Angst und Unsicherheit belastet ist, weniger Lust verspürt, Geld für Luxusgüter auszugeben. Deshalb hat seine Firma die Wachstumspläne angepasst. Eigentlich sollte der Bau eines Geschäftshauses an der Kreuzung Hauptstraße/Dresdner Straße starten. Dort gibt es die letzte große Brache in der Kernstadt. Erste Ideen, wie die bebaut werden kann, hatte Nomos schon vorgelegt. Einen konkreten Baubeginn gibt es nicht. Auch in diesem Jahr wollte sich Uwe Ahrendt nicht festlegen.

Wenn das Geschäft weiter so gut läuft, wird Nomos das Haus brauchen, um weitere Arbeitsplätze einzurichten. Bisher gelang es der Firma, auf die Folgen des Wachstums mit kleineren Lösungen zu reagieren. So wurde die Chronometrie auf dem Erbenhang erweitert und eine Werkstatt im früheren Bahnhotel an der Altenberger Straße eingerichtet. Anfang des Jahres überraschte Ahrendt dann mit dem Plan, die Uhrenmeile bis nach Schlottwitz zu verlängern. Dort sollte eine neue Uhrenfabrik errichtet werden. Im Sommer sollten die Arbeiten beginnen. Auf der Zielgraden gab es aber noch einiges zu klären, sodass die Bauarbeiter erst Ende Oktober mit dem 1,5 Millionen teuren Fabrikgebäude in Schlottwitz loslegen konnten. Inzwischen steht die Halle im Rohbauzustand.

Läuft es nach Plan weiter, wird Nomos sie im Mai beziehen. Dann werden die Kollegen der Fräserei, der Dreherei, der Feinbearbeitung sowie alle damit zusammenhängenden Abteilungen wie die Arbeitsvorbereitung und Qualitätssicherung hier arbeiten. 40 bis 45 Mitarbeiter werden nach Schlottwitz umziehen, sagt Geschäftsführer Ahrendt. Die frei werdenden Räume werden nicht unbesetzt bleiben. Im Laufe des Jahres 2017 kommen „hier und da“ noch einige Mitarbeiter dazu. „Ich rechne bis Ende 2017 mit einem guten Plus“. Gegenwärtig hat die Firma Nomos Glashütte 300 Beschäftigte und ist nach Lange mit weltweit 770 und Glashütte Original mit weltweit 750 Mitarbeitern die drittgrößte Uhrenfirma im Müglitztal.