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Klitschko würde zur Waffe greifen: "Ich habe keine andere Wahl"

Der frühere Schwergewichtsweltmeister Witali Klitschko will die Ukraine mit aller Macht verteidigen, der Bürgermeister von Kiew würde dabei auch selbst zur Waffe greifen.

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Der frühere Schwergewichtsweltmeister Witali Klitschko, Bürgermeister der ukrainischen Hauptstadt Kiew, würde im Kampf gegen die russischen Invasoren auch selbst zur Waffe greifen.
Der frühere Schwergewichtsweltmeister Witali Klitschko, Bürgermeister der ukrainischen Hauptstadt Kiew, würde im Kampf gegen die russischen Invasoren auch selbst zur Waffe greifen. © dpa

Kiew/Köln. An Witali Klitschkos Entschlossenheit gibt es keine Zweifel. Schreitet der frühere Profiboxer zur Tat, dann richtig, das galt im Ring und das gilt wohl auch nach der Invasion in der Ukraine. Der Bürgermeister von Kiew will mit aller Macht seine Heimat verteidigen und würde gegen russische Soldaten auch selbst zur Waffe greifen. "Ich habe keine andere Wahl. Ich muss das tun", sagte der einstige Schwergewichtsweltmeister bei Good Morning Britain.

Klitschko ist längst mittendrin im härtesten und wichtigsten Kampf seines Lebens. Nach dem Überfall tobe bereits "ein blutiger Krieg. Es sind schon Ukrainer gestorben. Wir wissen nicht wieviele", sagte der 50-Jährige im englischen Frühstücksfernsehen. Die Lage sei bedrückend: "Es tut weh. Es tut wirklich weh."

Die russischen Streitkräfte haben Kiew erreicht, die Lage ist mehr als ernst. "Wir stehen einer der größten und stärksten Armeen der Welt gegenüber, aber wir müssen unsere Familien verteidigen, unser Land, unsere Städte", betonte Klitschko. Und er ist davon überzeugt, die Hauptstadt halten zu können. "Ich glaube an die Ukraine, ich glaube an mein Land, ich glaube an meine Leute", sagte der ältere der beiden Klitschko-Brüder.

Bernd Bönte, langjähriger Manager der ehemaligen Profiboxer, ist wegen der Entwicklungen sehr besorgt. "Wladimir und Witali Klitschko werden alles tun, was möglich ist", sagte der 66-Jährige Sports Illustrated. Weiter wolle er lieber "gar nicht denken. Aber wie jeder weiß, sind die beiden keine Maulhelden."

Witali Klitschko, der einst als "Dr. Eisenfaust" die Gürtel der Verbände WBO und WBC hielt und Kiew seit 2014 als Bürgermeister vorsteht, forderte "harte Sanktionen. Für all das müssen die Russen bezahlen." Sie hätten "die internationalen Regeln zerstört. Die Ukraine war immer ein friedliches Land. Aber jetzt müssen wir zu den Waffen greifen und kämpfen." Dabei sei "wie im Sport" der "Zusammenhalt der Schlüssel".

Mit seinem Bruder Wladimir (45) veröffentlichte Klitschko bei Instagram einen Video-Appell. "Dieser sinnlose Krieg wird keine Sieger hervorbringen, aber Verlierer", sagte Wladimir Klitschko und forderte andere Staaten zum Handeln auf: "Lasst es nicht in der Ukraine passieren, nicht in Europa oder vielleicht der Welt. Zusammen sind wir stark." (sid)

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