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Ukrainer hoffen auf Radeberg

Der Radeberger Kurt Simmchen lebt seit einigen Jahren in einem Dorf in der Ukraine. Und ist eine Art Vermittler mitten in Europa.

© privat

Von Jens Fritzsche

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Die Ukraine ist in Radeberg ein Stück näher als andernorts. Das hat auch mit dem Radeberger Kurt Simmchen zu tun. Der lebt seit vielen Jahren in einem kleinen Dörfchen unweit der ukrainischen Stadt Halytsch –und hat durch seine Kontakte eine Partnerschaft zwischen Halytsch und seiner Heimatstadt Radeberg mit angeschoben. Und so werden Freitagabend wieder Vertreter aus Halytsch in Radeberg anreisen, um Sonntag beim Neujahrsempfang von OB Gerhard Lemm (SPD) mit dabei zu sein. Schon beim Bierstadtfest im Sommer war eine Delegation aus der Ukraine zu Gast – und hatte bekanntlich für einen liebenswerten Bruch der bisherigen Tradition zur Bierstadtfesteröffnung gesorgt. Ausnahmsweise wurde auf der Bühne nicht nur mit heimischem Pilsner angestoßen, sondern auch mit Wodka.

Aber die Zusammenarbeit geht längst über politische Kontakte hinaus. Und auch das hat wiederum mit Kurt Simmchen zu tun. Vor einigen Wochen war er zu Besuch bei seiner Mutter in Radeberg gewesen und hatte der SZ vom Schicksal einer Familie erzählt, die aus dem umkämpften Gebiet in der Ost-Ukraine fliehen musste. „Dort ist echter Krieg“, weiß Kurt Simmchen. Die Mutter floh nun mit ihren vier Kindern in das Dorf Kurt Simmchens und kam hier in einem alten, leer stehenden Häuschen unter. Allerdings brauchte die Familie nun dringend Decken, warme Sachen und – so kurz vor Weihnachten – vielleicht auch ein paar Süßigkeiten, hatte Kurt Simmchen erzählt. Und nach dem Bericht in der SZ geschwärmt: „Es ist unglaublich, wie groß die Hilfsbereitschaft in Radeberg ist – der Transporter ist auf dem Rückweg übervoll gepackt!“ Einige Hilfsbereite hatte er sogar vertrösten müssen, „weil ich einfach nicht alles ins Auto bekommen hatte“. Jetzt ist Kurt Simmchen wegen des Neujahrsempfangs wieder in Radeberg – und hofft, nun noch einige weitere Spenden mitnehmen zu können. Warme Unterwäsche, Mützen, Handschuhe. „Wir haben ja aufgrund der großen Hilfsbereitschaft nicht nur der Flüchtlingsfamilie helfen können, sondern vielen Bedürftigen in unserem Dorf“, freut sich Kurt Simmchen. Und hofft, dass diese Hilfsbereitschaft anhält. „Jeder, der helfen möchte, kann mich anrufen“, sagt er.

Die Flüchtlingsfamilie hat nun zunächst eine Bleibe gefunden, „bis sie irgendwann, so ihre Hoffnung, wieder nach Hause kann, wenn Frieden ist“, beschreibt Kurt Simmchen. Aber wann das sein wird, wisse derzeit in der Ukraine einfach niemand, „umso mehr ist Hilfe gefragt“.

Kurt Simmchen ist in Radeberg über die deutsche Handy-Nummer 0173 7901031 zu erreichen.

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