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Ultimatum für Verbindungsweg

Die Stadträte von Bischofswerda fordern eine sichere Querung über die Neustädter Straße. Im Rathaus sieht man das Problem nicht.

© Steffen Unger

Von Nicole Preuß

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Bischofswerda. Der schmale Weg zwischen zwei Wohnhäusern ist eigentlich unscheinbar. Viele Autofahrer kennen ihn gar nicht. Und doch ist die Verbindung zwischen dem neuen Wohngebiet am Paul-Kegel-Weg und der starkbefahrenen Neustädter Straße in Bischofswerda-Süd auf dem besten Weg, ein Politikum zu werden.

Viele Familien nutzen den Weg, um schnell aus dem neuen Wohngebiet ins Neubaugebiet, zur Grundschule Süd, zu den Sportanlagen oder zum Einkaufszentrum zu kommen. Die Stadt hatte den Weg auf Bitten der Anwohner vor fast zwei Jahren freigegeben. So weit, so gut. Die Stadträte hatten aber schon damals eine Bedingung für ihre Zustimmung. Die Erwachsenen und Kinder müssen die Neustädter Straße überqueren, nachdem sie aus dem Verbindungsweg kommen. Die Stadtverwaltung sollte nach dem Willen der Stadträte prüfen, ob ein Zebrastreifen, eine Fußgängerampel oder eine andere Hilfe die Überquerung der Neustädter Straße sicherer machen könnte. Zumal eine Fußgängerampel in der Nähe noch vor der Wiedereröffnung des Verbindungsweges abgebaut worden war und einige Stadträte schon lange für eine Querungshilfe auf der Neustädter Straße am Lidl-Markt kämpfen.

Immer wieder brenzlige Situationen

Die Stadtverwaltung versprach schon damals, die Situation vor Ort zu prüfen. Die Stadträte forderten eine umfassende Untersuchung. Doch es passierte nicht viel. Dabei kam es immer wieder zu brenzligen Situationen. „Ich fahre jeden Tag dortlang, die Kinder springen auf die Neustädter Straße. Es ist wirklich gefährlich“, hieß es zum Beispiel schon zum wiederholten Mal Anfang Dezember im Ausschuss für Technik und Wirtschaft.

Die Stadt versprach, sich darum zu kümmern, noch ehe über die generelle Zukunft des Verbindungswegs entschieden wird. Die Stadträte sollten nämlich beschließen, dass der Weg für immer geöffnet wird. Bisher hatten sie nur einer befristeten Öffnung zugestimmt – mit Verweis auf die schwierige Überquerung der Neustädter Straße und die Beleuchtung des Wegs. Mitte Dezember sollten die Stadträte abstimmen, doch die Stadtverwaltung hatte bis dahin ihre Hausaufgaben nicht erledigt. Sie begründete das damit, dass die Neustädter Straße wegen des damaligen Kreisverkehrsbaus ohnehin nicht so genutzt werden konnte wie sonst. „Das macht erst Sinn, wenn die Straße wieder geöffnet ist“, sagte Bauamtsleiter Holger Berthel im Dezember.

Die Stadträte ließen sich daraufhin nicht auf eine generelle Öffnung des Weges ein, sondern befristeten der Öffnung erneut, setzten dem Rathaus also gewissermaßen ein Ultimatum. Die Stadtverwaltung wurde zu einer Verkehrsschau und einer Verkehrszählung verpflichtet. Sechs Monate sollte die Verwaltung dafür Zeit haben. Doch wie es aussieht, hat das Rathaus die Entscheidung bereits gefällt. „Die Neustädter Straße ist in beiden Richtungen voll einsehbar und das Verkehrsaufkommen ist seit Öffnung der Umgehungsstraße weniger geworden“, heißt es aus der Verwaltung am Montag nach mehrmaliger SZ-Nachfrage. „Die Neustädter Straße ist zum Beispiel im Vergleich zur Kamenzer Straße viel weniger frequentiert.“ Und dort werde auch keine Querungshilfe gebraucht. „Aus Sicht der Unteren Straßenverkehrsbehörde sehen wir derzeit keinen Handlungsbedarf!“, erklärte Rathaus-Sprecher Sascha Hache unter Berufung auf das Familien- und Bürgeramt und das Bauamt. Die Stadträte werden sich spätestens im Sommer wieder mit dem eigentlich unscheinbaren Verbindungsweg befassen.