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Ultimatum im Nahverkehrsstreit

Bautzen will einheitliche Preise für Bus und Bahn. Das scheiterte bisher an Görlitz. Bis Jahresende soll eine Entscheidung her.

© Uwe Soeder

Von Sebastian Kositz

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Bautzen/Pirna. Im Ringen um einheitliche Tarife bei Bus und Bahn in Ostsachsen hat Bautzens Landrat Michael Harig (CDU) bis Jahresende eine Lösung ankündigt – und dem Landkreis und der Stadt Görlitz jetzt ein Ultimatum gestellt. Um den Tarifwirrwarr zu beseitigen, strebt Michael Harig einen Zusammenschluss der beiden Verkehrsverbünde Oberlausitz-Niederschlesien (Zvon) und Oberelbe (VVO) an. Ein Ansinnen, das bislang an mangelndem Interesse, allen voran der Görlitzer, gescheitert war.

Den Wunsch nach einem großen ostsächsischen Verkehrsverbund teilen viele Menschen im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge. Für Pendler von Sebnitz oder Neustadt nach Bischofswerda und Bautzen würden dann bessere Verbindungen und günstigere Preise wahrscheinlich. Bereits im Juni 2012 fasste der VVO den Beschluss, mit dem Zvon fusionieren zu wollen. Das ist bisher am Widerstand vom Landkreis und der Stadt Görlitz gescheitert. Diese müssen als Mitgesellschafter einer Fusion zustimmen.

Weil bislang entsprechende Signale nicht zu vernehmen waren, hatte Bautzens Landrat erklärt, dass der Kreis sonst im Alleingang dem VVO beitreten werde. „Ich habe dem Görlitzer Landrat und dem Görlitzer Oberbürgermeister noch einmal erklärt, dass wir als Landkreis bis Ende 2018 sonst dort eintreten“, so Harig. Der Alleingang ist für den Politiker jedoch nur der Plan B: „Mein großer Wunsch ist, dass wir gemeinsam eine Lösung finden.“ Als Vorsitzender der beiden Verkehrsverbünde hatte Michael Harig die Verantwortlichen in Görlitz bereits im vergangenen Jahr aufgefordert, bis Februar alle Probleme eines möglichen Zusammenschlusses noch einmal aufzulisten. „Da ist aber nichts gekommen.“ Der Kreis und die Stadt Görlitz befürchten, dass bei einer Fusion das Gebiet östlich der Landeshauptstadt benachteiligt werden könnte – wegen der starken Verkehrsnachfrage in Dresden und dem Elbtal.

Im Kreis Bautzen werden die Rufe nach der Fusion und einem einheitlichen Tarifsystem immer lauter. Seit der Fusion der früheren Kreise Bautzen und Kamenz und der Stadt Hoyerswerda verläuft die Grenze der Verkehrsverbünde mitten durch den neu entstandenen Landkreis. Viele Bus- und Bahnnutzer klagen darüber, dass sie für Fahrten in der Region verschiedene Tickets kaufen müssen. Für Pendler würden attraktive Angebote fehlen. (mit SZ/wer)