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Um ein Haar Moped-Handel im Biertheater …

Das Radeberger Biertheater konnte seinen 500 000. Besucher begrüßen. Die SZ erzählt nun Episoden aus 16 Theater-Jahren.

© Symbolfoto: dpa

Von Jens Fritzsche

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Radeberg. Um ein Haar hätten die Biertheaterleute gleich zu Beginn ihrer Theaterkarriere ein zweites wirtschaftliches Standbein bekommen. Einen Moped-Handel nämlich. Im Oktober 2004 war das; in der dritten Biertheater-Saison also.

Da war nämlich kurzzeitig noch einmal das erste Biertheaterstück „Der Wetterhahn“ aus dem Jahr 2002 auf die Bühne gekommen. Die Nachfrage nach diesem furiosen Stück war einfach so groß gewesen, dass sich die Biertheater-Macher entschieden, es für einige Abende noch einmal auf die Bühne zu holen. Was sie nicht ahnten: Sie bekamen dadurch ein echtes Problem. Denn im „Wetterhahn“ spielte eine Schwalbe eine nicht unwesentliche Rolle. Kein Tier, sondern das gleichnamige Moped aus DDR-Tagen. Der Hauptakteur des Stücks musste den gesamten Abend über an dem Moped herumschrauben. Und so war es für die erste Saison aus einem Autohaus ausgeborgt und anschließend wieder zurückgegeben worden. Als die Biertheaterleute nun aber erneut anfragten, war die Schwalbe quasi ausgeflogen. Das Autohaus hatte das gute Stück verkauft …

Also wurde nun dringend eine neue, alte Schwalbe gesucht. Was keine leichte Sache war. Denn die, die funktionierten, waren ziemlich teuer, die die nicht teuer waren, funktionierten nicht. Also wurde kurzerhand ein öffentlicher Hilferuf in Radeberg gestartet – und der wurde erhört. Und wie! Die Hilfsbereitschaft der Radeberger war dabei so groß, dass quasi ein Schwalbenangebot nach dem anderen ins Haus flatterte und die Biertheater-Macher letztlich um ein Haar eben tatsächlich hätten einen Schwalben-Handel eröffnen können. Machten sie aber natürlich nicht. Sie konzentrierten sich weiter aufs Theaterspielen. Zum Glück. Denn so wurde aus der Biertheater-Idee, die im November 2002 im Kaisersaal an den Start gegangen war, eine mittlerweile bis heute währende Erfolgsgeschichte.

Die Schwalbe wurde übrigens vorsichtshalber in den Theaterfundus gestellt, heißt es aus den vielzitierten gut informierten Kreisen.