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Umbau des Waldhotels verzögert sich

Der Eigentümer ist mit Bürokratie und statischen Besonderheiten konfrontiert. Doch für die Tennishallen gibt es ein neues Betreiberduo.

© Arvid Müller

Von Ulrike Keller

Weinböhla. Der Plan war ehrgeizig. Bereits bis Mitte des Jahres wollte der neue Eigentümer des Waldhotel-Komplexes die Anlage zur Seniorenresidenz umgebaut und als advita-Haus Waldhotel eröffnet haben. Nun erfährt das Wörtchen „bis“ eine Abänderung in Richtung „ab“. Erst ab Mitte des Jahres, sprich in der zweiten Jahreshälfte, sollen die Mieter ins Betreute Wohnen einziehen können. Das erwähnte Weinböhlas Rathauschef Siegfried Zenker (CDU) in seiner Rede zum Neujahrstreffen der Gemeinde.

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Wie die SZ auf Nachfrage erfuhr, gibt es hauptsächlich zwei Gründe für die Verzögerung. Zum einen nimmt die Bearbeitung des Bauantrags im Landratsamt mehr Zeit in Anspruch als erhofft. Nachdem der Hotelbetrieb seit einer Woche eingestellt ist, wartet der neue Eigentümer – die Senioren-Wohnen Weinböhla GmbH & Co. KG – nun auf die Genehmigung zu bauen. Zum anderen sind im Gebäude architektonische Besonderheiten entdeckt worden. Konkret haben sich nicht nur die Außenwände als tragende Wände herausgestellt, sondern auch einige, die die Zimmer abteilen. Damit müssen unerwartete Statikfragen geklärt werden bei dem Vorhaben, aus den 114 Hotelzimmern mehr als 40 altersgerechte Komfortwohnungen und einen großzügigen Pflegebereich zu machen. Bürgermeister Zenker bleibt dennoch optimistisch: „Ich weiß, dass die Verantwortlichen bei advita schnell sind“, sagt er.

Neue Buchungen für Tennishalle gewünscht

Umso mehr getan hat sich dafür mittlerweile beim Thema Tennishallen, die auf dem früheren Hotelareal stehen. Für diese hatte der neue Eigentümer bereits im Oktober in der SZ geäußert, dass er einen Betreiber oder Verein zur Weiterführung sucht. Darauf wurde der hiesige Tennisverein 1. TC Weinböhla 1994 aufmerksam. Im Sommer nutzt er die fünf Außenplätze an der Spitzgrundstraße 82. „Aber wir brauchen die Hallenplätze, weil 50 Prozent unserer 120 Mitglieder auch im Winter trainieren“, sagt Vereinspräsident Fritz Liebschner. Zudem brauche man sie, um bei jedem Wetter Punktspiele des sächsischen Tennisverbandes sicherstellen zu können. In Hallen umliegender Kommunen auszuweichen, bezeichnet er als schwierig. Zwar gäbe es das Radebeuler Krokofit und auch eine Einrichtung in Radeberg. „Aber die sind beide immer sehr gut belegt.“

Problem bei der Idee, selbst tätig zu werden: Vereine dürfen nicht gewerblich profitorientiert arbeiten. Deshalb haben sich zwei aktive Spieler aus Weinböhla zusammengetan und eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts gegründet: das Tennis- und Sportcenter Weinböhla. Bei den zwei engagierten jungen Männern handelt es sich um den 29-jährigen Ronny Brattig und den 33-jährigen David Herrmann.

Sie sind bereits im Besitz der Schlüssel für die zwei Hallen und haben mit dem Eigentümer eine Nutzungsvereinbarung getroffen. Damit können alle angemeldeten Punktspiele planmäßig stattfinden sowie die voriges Jahr für den Winter abgeschlossenen Platzabos von Freizeitspielern weiterlaufen. Auch neue Buchungen nehmen sie entgegen. „Wir wollen in jedem Fall den Betrieb aufrechterhalten“, sagt Ronny Brattig. Ab September soll auch in der zweiten – zuletzt für Veranstaltungen genutzten – Halle wieder Tennis gespielt werden. Den vorhandenen Schlägerbespannungsservice führen sie schon jetzt weiter. Und planen sogar, einen Sportshop zu eröffnen.