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Umbau fast gescheitert

Die Freiwillige Feuerwehr Goßdorf will mit in die alte Dorfschule einziehen. Die muss dafür größer werden.

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© Steffen Unger

Von Anja Weber

Goßdorf. Die Goßdorfer Feuerwehr benötigt ein neues Gerätehaus. Das soll mit in das Dorfgemeinschaftszentrum, die ehemalige Schule integriert werden, und zwar als Anbau. Das alles soll mit Hilfe von EU-Fördermitteln und dem tschechischen Partner aus Dolni Poustevna finanziert werden. So weit, so gut. Doch das Ganze ist bei Weitem nicht so einfach. Das wurde bei der jüngsten Projektvorstellung deutlich.

Das Problem: Der Sächsischen Aufbaubank als Geldgeber waren die Bau- und Baunebenkosten für das Gerätehaus zu hoch. Die Bank hatte diese von ursprünglich rund 609 000 Euro auf reichlich 516 000 Euro gekürzt. Planer Raik Dünnebier hat das Projekt überarbeitet. Dann allerdings kam die nächste Hiobsbotschaft. Die Feuerwehr von Dolni Poustvena wollte ebenfalls das Gerätehaus umbauen.

Da sich aber eine Wohnung darin befindet, wurden dafür die Zuschüsse erheblich gekürzt. Damit geriet das Projekt immer mehr ins Wanken. Die Freiwillige Feuerwehr von Goßdorf verzichtete auf einige Ausstattung in ihrem Fahrzeug. Damit konnten dort die Kosten ebenfalls von 180 000 Euro auf 155 000 Euro gekürzt werden. Damit standen auf deutscher Seite insgesamt für Gerätehaus und Fahrzeug noch 870 830 Euro zu Buche. Die Stadt rechnet mit einem Zuschuss in Höhe von rund 740 200 Euro. Inzwischen wurden die Kosten für das Gerätehaus weiter reduziert. Jetzt sollen es 515 000 Euro sein. Die Stadt Hohnstein würde dafür 438 000 Euro Fördermittel erhalten. Der Rest muss als Eigenmittel aufgebracht werden.

Heftige Diskussion im Rat

Der Planer konnte kürzlich ein nun endgültiges Projekt vorstellen. Im Stadtrat sorgte das aber für heftige Diskussionen. Kritisch betrachtet wurden vor allem die Kosten und die daraus entstehenden Eigenmittel der Stadt Hohnstein. Sicherlich wurde ausführlicher darüber diskutiert, auch mit Blick auf das Dorfgemeinschaftszentrum in Rathewalde. Bei dem schnellten die Baukosten mit jedem Bauabschnitt weiter in die Höhe.

Stephan Thunig (CDU) wäre es zum Beispiel am liebsten gewesen, wenn man auch noch den Bau auf der grünen Wiese mit geprüft hätte. Er hoffte, dadurch Kosten zu sparen. Immerhin birgt der Umbau eines bereits vorhandenen Gebäudes erhebliche Risiken. Noch dazu steht das Gebäude unter Denkmalschutz. Er wollte ganz konkret wissen, ob es denn noch mehr Zuschüsse gebe, wenn das ganze Projekt teurer werden würde, als geplant.

Das musste Bürgermeister Daniel Brade (SPD) verneinen. Sollten Mehrkosten auftreten, müssten diese auch von der Stadt getragen werden. Planer Raik Dünnerbier bestätigte, dass es bei einem Umbau eines Gebäudes immer Risiken gebe. Er rechnet mit etwa 100 000 Euro Mehrkosten. Damit stehen 230 000 Euro angenommene Eigenmittel für Hohnstein zu Buche. Die seien vertretbar und auch machbar, sagt Bürgermeister Daniel Brade.

Allerdings weiß auch er um die Risiken. „Doch wenn wir das Ganze jetzt scheitern lassen, dann sind die Messen für Goßdorf gesungen“, sagt er. Außerdem hätte das Projekt keine Chance, wenn die Rahmenbedingungen verändert würden. Und freie Flächen auf der grünen Wiese habe die Kommune keine. Die Stadt hätte Flächen zukaufen müssen. Damit wäre das Projekt dann wieder teurer geworden.

Scheitern sollte der Plan wohl doch nicht, waren sich die Stadträte dann doch mehrheitlich einig. Und Bürgermeister Brade konnte aufatmen. Trotz der Debatte sei das zur EU-Förderung genehmigte Projekt ein riesiges Geschenk. „Wir lösen damit das Problem neues Gerätehaus und neues Fahrzeug für die Ortswehr Goßdorf, welche aufgrund der Einsatzzeiten ein notwendiger Standort laut Brandschutzbedarfsplanung ist“, sagt er. Und man habe einen Partner in Dolni Poustevna gewonnen, mit dem zukünftig gemeinsam geübt und im Katastrophenfall gemeinsam ausgerückt werde.