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Umfrage: Sarkozy besiegt Royal im TV-Duell

Der konservative französische Präsidentschaftsbewerber Nicolas Sarkozy hat nach einer Umfrage im Fernsehduell am Mittwochabend mehr überzeugt als die Sozialistin Ségolène Royal.

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Paris - 53 Prozent der von dem Institut Opinionway befragten Franzosen sagten nach der TV-Debatte, der ehemalige Innenminister sei aus ihrer Sicht «überzeugender» gewesen. 31 Prozent nannten die linke Bewerberin, 16 Prozent sprachen sich für keinen der beiden aus. Die am Mittag nach dem Duell veröffentlichte Umfrage hatten die Zeitung «Le Figaro» und der Nachrichtensender LCI in Auftrag gegeben. Sarkozy und Royal treten an diesem Sonntag zur Stichwahl um das Amt des Staatschefs an.

Am Mittwochabend hatten sich die beiden in einem Fernsehduell einen heftigen Schlagabtausch geliefert. Royal warf dem früheren Innenminister am Mittwochabend einen «Gipfel an politischer Immoralität» bei der Behandlung von Behinderten vor, woraufhin Sarkozy der Rivalin vorhielt, «die Nerven zu verlieren.» In der mehr als zweieinhalbstündigen Fernsehdebatte vor vielen Millionen Zuschauern gerieten die beiden Kandidaten für die Nachfolge von Jacques Chirac wiederholt massiv aneinander.

Die offensive, in den Umfragen zurückliegende Sozialistin griff Sarkozy vor allem bei den Themen der inneren Sicherheit, der Arbeitsmarktpolitik, der Zahl der Staatsbediensteten und der Sozialpolitik an. Sie warf ihm vor allem fehlende Glaubwürdigkeit vor, weil Sarkozy seit 2002 der konservativen Regierung angehört hat.

Sarkozy seinerseits vermisste bei der Rivalin Präzision in den Aussagen. «Wenn Sie von allem gleichzeitig reden, werden wir nichts vertiefen können», kritisierte er. «Würden Sie mir wohl bitte die Verantwortung für das überlassen, was ich sage», entgegnete ihm Royal. Sie forderte Sarkozy strikt auf, sie ausreden zu lassen.

Gegensätzliche Einschätzungen

Royal machte den ehemaligen Innenminister trotz seiner seit 2002 propagierten «Null-Toleranz»-Politik mitverantwortlich für die nach ihrer Einschätzung negativen Bilanz der Regierung im Kampf gegen Gewalt. Sarkozy dagegen verwies auf zehn Prozent weniger Kriminalität in den vergangenen fünf Jahren. Während Royal die von der früheren linken Regierung unter Lionel Jospin eingeführte 35-Stunden-Woche als eine «wichtige soziale Errungenschaft» verteidigte, nannte Sarkozy diese Arbeitszeitverkürzung eine allgemeine Katastrophe für die Wirtschaft.

Mit der Stichwahl am kommenden Sonntag in Sichtweite wollten beide Kandidaten die Millionen noch unentschlossenen Wähler auf ihre Seite ziehen. Alle Umfragen seit der ersten Wahlrunde am 22. April sahen den ehemaligen Innenminister vorn. Chiracs Nachfolger wird für fünf Jahre gewählt.

Nach einer Losentscheidung eröffnete Sarkozy das TV-Duell, Royal beendete das traditionelle Aufeinandertreffen der Bewerber vor der Stichwahl. Internationale Fragen folgten erst ganz am Schluss. Nur 2002 hatte es vor der Wahl kein TV-Duell gegeben, weil Chirac nicht mit dem rechtsextremen Rivalen Jean-Marie Le Pen diskutieren wollte.

Sarkozy hatte die Bedeutung des TV-Duells mit Royal vor dem Auftritt heruntergespielt. «Ich glaube nicht, dass die Franzosen nur nach dem Eindruck einer zweistündigen Debatte einen Präsidenten für fünf Jahre wählen», sagte er im Rundfunk. Dagegen meinte der Chef der Sozialistischen Partei (PS), François Hollande, es handele sich um die wichtigste Debatte seit 1981, als François Mitterrand wertvolle Punkte für den Sieg über Valéry Giscard dEstaing verbuchen konnte. (dpa)