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Umgebindehausdach abgebrannt

Der Löscheinsatz der Feuerwehren am Freitagmorgen in Neundorf dauerte mehrere Stunden. Verletzt wurde niemand.

© Constanze Junghanß

Von Constanze Junghanß

Vom Dachstuhl ist nichts mehr übrig geblieben. Einzelne tiefschwarz verkohlte Balken staken Richtung Himmel. Brandgeruch wabert zwischen Schneeregenschauern, Absperrband flattert. Zwei Polizisten schließen die Haustür. Die blieb offensichtlich von den Flammen verschont.

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Im Herrnhuter Ortsteil Neundorf hat am frühen Freitagmorgen ein leer stehendes Umgebindehaus gebrannt. Ein Nachbar hatte 6.11 Uhr die Feuerwehr über den Dachstuhlbrand alarmiert, so Polizeisprecher Thomas Knaup. Über die Schadenshöhe ist noch nichts bekannt. Im jetzigen Zustand ist das Umgebindehaus allerdings unbewohnbar. Die Flammen griffen jedoch nicht auf das nebenan stehende Gebäude am Neundorfer Weg über.

Patrick Jähne wischt sich die Rußspuren aus dem Gesicht. Der Ortwehrleiter der Großhennersdorfer Feuerwehr und sein Team können aufatmen. Die Flammen sind unter Kontrolle gebracht, die Löscharbeiten abgeschlossen. „Kurz nach 6 Uhr wurden wir alarmiert“, sagt Jähne sichtlich erschöpft. Fünf Stunden später packen die Feuerwehrmänner und -frauen ihr Equipment zusammen. Ein längerer Einsatz war das für die Brandbekämpfer, die dabei Unterstützung bekamen. „42 Kameraden sowie Kreisbrandmeister, Polizei und Rettungsdienst sind im Einsatz gewesen“, zählt der Ortswehrleiter auf. Feuerwehren aus Bertelsdorf, Rennersdorf, Strawalde, Herrnhut, Zittau und Großhennersdorf waren vor Ort. Sie haben zum Schluss noch vereinzelte Glutnester gelöscht. Die fackelten immer wieder auf. „Der Dachstuhl und die Innentreppe im Gebäude brannten“, sagt der Ortswehrleiter. Wodurch, ist unklar. Untergeschoss und Obergeschoss des Hauses blieben verschont. Während der Löscharbeiten kam es im Gebäudeinneren allerdings zu starker Rauchentwicklung, gegen die die Einsatzkräfte zusätzlich kämpfen mussten. Das Wichtigste jedoch: Menschen wurden zum Glück nicht verletzt. Im Haus habe sich niemand aufgehalten. „Soweit ich weiß, wird das Gebäude auch nicht dauerhaft bewohnt“, so Patrick Jähne. Vielmehr handele es sich um eine Art Wochenendhaus.

Das kann der Neundorfer Hans-Jürgen Skupin bestätigen. Er wohnt nur wenige hundert Meter entfernt. Die Sirenen am frühen Morgen hat auch er gehört. „Der Eigentümer des Umgebindehauses lebte im Westen der Republik und war vielleicht zweimal jährlich für jeweils 14 Tage hier auf Urlaub“, erzählt er. Das Häuschen gehöre nach dem Tod des Besitzers nun dessen Familie im Odenwald. Während des Leerstandes sei bereits einige Male in das Gebäude eingebrochen worden, erzählt Hans-Jürgen Skupin. Und er erinnert sich mit einem etwas mulmigem Gefühl an eine Zeit, wo es in der Umgebung und im Ort bereits mehrfach gebrannt habe. „Das ist drei Jahre oder länger her“, sagt er. Das sei eine unruhige Zeit gewesen im Dorf. Damals habe in Neundorf ein Hühnerstall in Flammen gestanden und auch ein Kaninchenstall, ebenso ein Pavillon. „Kurz danach brannte an der Hauptstraße oben bei Großhennersdorf ein Haus ab“, erzählt der Anwohner. Die Polizei hätte damals ermittelt.

Zur aktuellen Brandursache wird ebenfalls ein Ermittler vonseiten der Polizei hinzugezogen. Das bestätigte Polizeisprecher Thomas Knaup der Sächsischen Zeitung. Und auch, dass die Brandursache zunächst noch völlig unklar ist.

Pkw-Brand in Altbernsdorf

Einen Brand hat es am Freitagmorgen auch in Altbernsdorf gegeben. Wie die Polizei mitteilt, geriet ein Pkw Ford Focus vermutlich aufgrund eines technischen Defekts in Brand. Die 39-jährige Fahrerin reagierte blitzschnell und stellte den Wagen am Straßenrand ab. Die Feuerwehr löschte die Flammen. Der Ford brannte allerdings völlig aus. Der Sachschaden beträgt etwa 1 700 Euro, teilt die Polizei mit.