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Umgestaltung der Hauptstraße in Gefahr

Die Stadt kalkuliert mit rund 200 000 Euro. Doch für das Geld wollte keine Firma das Projekt angehen.

© Foto/Montage: Stadt Riesa

Von Britta Veltzke

Riesa. Neue Bänke, neue Bäume, neue Abfalleimer. Diese und noch viele weitere Elemente haben sich Stadtverwaltung, Stadtrat und ein Planungsbüro für den Abschnitt der Hauptstraße zwischen Rathausplatz und Niederlagstraße überlegt. Allerdings hat sich bislang keine Firma gefunden, die den Auftrag für rund 218 400 Euro annehmen wollte. Diese Summe hat das Planungsbüro für die Umgestaltung ausgerechnet. Die Ausschreibung muss daher wiederholt werden. „Für die Möblierung lag das günstigste Angebot mehr als 80 Prozent über der Kalkulation. Die Mehrkosten müssten die Stadt und damit die Bürgerinnen und Bürger tragen. Das ist nicht vertretbar“, so Oberbürgermeister Marco Müller. Das Stadtbauamt bereite nun schnellstmöglich eine erneute Ausschreibung vor.

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Eile ist auch geboten, denn die Stadt bekommt für die Umgestaltung der Fußgängerzone Fördergelder vom Bund – allerdings nur, wenn die Mittel noch in diesem Jahr ausgegeben werden. Schon bevor klar wurde, dass neu ausgeschrieben werden muss, musste sich die Verwaltung ranhalten. Im April hatte der Stadtrat nach intensiver Diskussion die Umgestaltung beschlossen.

Neue Beleuchtung nicht betroffen

Im Mai fassten die Räte noch einen ergänzenden Ermächtigungsbeschluss, der Müller ermöglicht, wegen der langen Lieferzeiten bereits in der Sommerpause die Vergabe vorzunehmen. Die Aufarbeitung und teilweise Erneuerung der Beleuchtung, inklusive der Umstellung auf LED-Technik, ist von der Verzögerung nicht betroffen.

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Eine Einschätzung, ob die Zeit bis Jahresende überhaupt noch ausreicht, um die Fördermittel auszugeben, wollte das Rathaus am Dienstag auf Anfrage der Sächsischen Zeitung nicht abgeben. Fakt ist, dass Marco Müller das Projekt zur Chefsache erklärt hat: „Die Umgestaltung der Hauptstraße bleibt ein außerordentlich wichtiges Projekt für eine attraktive Innenstadt“, betont der Oberbürgermeister.

Die neuen Elemente sollen die aus dem Jahr 1994 stammende Möblierung ersetzen und den Aufenthalt auf dem Boulevard wieder attraktiver machen. Die Einzelhändler erhoffen sich davon auch einen größeren Kundenzulauf.