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Umstrittene Windräder genehmigt

Das Landratsamt gibt grünes Licht für das Vorhaben auf dem Burkauer Marienberg. Gegen die Bedenken von Einwohnern.

© Wolfgang Wittchen

Burkau. Bis zum Jahresende sollen auf dem Marienberg zwischen Burkau und Schönbrunn zwei weitere Windkraftanlagen errichtet werden. Baustart soll im Frühjahr sein, sagte Investor Sten Jacobson, Geschäftsführer der Firma OWE Oberlausitzer Windenergie, am Dienstag auf Anfrage der SZ. Das Landratsamt Bautzen erteilte die immissionsschutzrechtliche Genehmigung unter Auflagen.

Mit einer Nabenhöhe von 113 bzw. 98 Metern werden die neuen Anlagen höher als die vier Windräder sein, die auf dem Marienberg bereits stehen. Trotzdem werde es ein einheitliches Bild geben, werden die neuen Anlagen die vorhandenen nicht überragen, weil sie an einer tieferen Stelle aufgebaut werden, sagte Sten Jacobson, der selbst Burkauer ist. Trotzdem ist das Vorhaben im Dorf umstritten. Einwohner äußerten die Befürchtung, ihre Lebensqualität könnte sich zum Beispiel durch Schlagschatten verschlechtern. 350 Bürger unterschrieben im Herbst letzten Jahres eine Petition an Landrat Michael Harig, die Belange des Vogelschutzes, vor allem von Weißstorch und Rotmilan, zu beachten.

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„Die Genehmigungsfähigkeit für die Windenergieanlagen konnte erreicht werden, indem weitreichende Auflagen zum Natur- und Artenschutz in der Genehmigung festgesetzt wurden“, sagte Gernot Schweitzer, Pressesprecher des Landratsamtes auf Anfrage der SZ. So gibt es Abschaltzeiten zum Schutz von Rotmilan, Weißstorch und Fledermäusen. „Die Abschaltung der Anlagen ist nicht nur für bestimmte Zeiträume definiert, sondern wurde auch an die Bewirtschaftung der umliegenden Flächen gebunden“, so der Sprecher. Heißt: An Tagen, an denen auf den Feldern beispielsweise gepflügt oder geerntet wird, dürfen die Windkraftanlagen nicht in Betrieb sein. Für Sten Jacobson ein „sinnvoller Kompromiss“, um Natur- und Artenschutz und die Nutzung erneuerbarer Energien in Einklang zu bringen. Begleitet wird der Betrieb der Anlagen durch ein mehrjähriges Monitoring für die geschützten Tierarten. In dessen Ergebnis könnten die Abschaltzeiten später möglicherweise erweitert werden, sagte Kreissprecher Gernot Schweitzer. (SZ/ir)