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Umzug wegen drei Zentimetern

Carola Höhne musste mit ihrer Physiotherapie in Oderwitz den Standort wechseln. Ausschlaggebend waren neue Vorgaben.

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Von Mario Sefrin

Die Drittelstunde – der SZ-Podcast

Aktuelle Themen sowie Tipps und Tricks für den Alltag: Fabian Deicke stellt Experten verschiedener Gebiete die Fragen der SZ-Community.

Oderwitz. Drei Zentimeter sind nicht viel, sie können aber große Veränderungen bewirken. In Niederoderwitz haben drei Zentimeter nun den Ausschlag gegeben für einen Umzug der Physiotherapie-Praxis von Carola Höhne vom Ambulatorium an der Scheringerstraße in die Ortsmitte an die Marktstraße. Weil die Raumhöhe am alten Standort im Ambulatorium nicht mehr den aktuellen Anforderungen entsprach, hat Carola Höhne ihre Praxis, die als Physiotherapie Hanzl bekannt ist, am Donnerstag in neuen Räumen gegenüber dem Edeka-Markt eröffnet. Carola Höhne hat die Praxis von ihrer Mutter Angelika Hanzl übernommen und führt die Physiotherapie mit ihren sechs Mitarbeiterinnen nun als Chefin weiter. Eigentlich sei ein Umzug von der Scheringerstraße am Ortsrand in die Ortsmitte von Niederoderwitz nicht geplant gewesen, sagt die 35-Jährige, die eine Ausbildung als Physiotherapeutin und ein Studium im Gesundheitsmanagement hat. Neue Bestimmungen für die Inbetriebnahme von Physiotherapie-Praxen hätten das aber verhindert, so Höhne. Ihr Vater Dr. Gottfried Hanzl, der als Allgemeinmediziner im Niederoderwitzer Ambulatorium arbeitet, sagt: „Nie hatte es Probleme für die Betreibung einer Physiotherapie in unserem Ambulatorium gegeben, weder als dieses erbaut wurde noch bei dessen Erweiterung oder nach der Wende.“ Bislang hatte die alte Praxis Bestandsschutz, mit der Übernahme der Praxis durch Carola Höhne fehlen aber nun ganze drei Zentimeter.

Carola Höhne hat diese Entwicklung anfangs bedauert. „Es wäre schön gewesen, die Praxis im Ambulatorium weiterzuführen“, sagt sie. „Doch der Aufwand dafür wäre zu groß gewesen.“ Und der neue Standort gleich beim Edeka-Markt habe schließlich auch seine Vorteile: „Wir werden nun von viel mehr Laufkundschaft wahrgenommen“, so Carola Höhne. Verbessert hat sich auf jeden Fall das Raumangebot: Musste die Physiotherapie im Ambulatorium mit knapp 100 Quadratmetern auskommen, stehen nun 192 Quadratmeter zur Verfügung. Viel Platz für sechs Behandlungszimmer, einen großen Kursraum und einen großzügigen Empfang mit Rezeption. „Das war mein Wunsch. Dafür haben wir auch eine neue Mitarbeiterin als Rezeptionistin eingestellt“, sagt Carola Höhne.

Geplant wurde der Umzug seit einem Jahr, die Umbauarbeiten im neuen Domizil begannen im vergangenen November. „Hier befanden sich früher mal eine Zahnarztpraxis, eine Wohnung und ein Floristengeschäft“, sagt Gottfried Hanzl, der sich ums Baugeschehen in der neuen Praxis gekümmert hat. Für die Gestaltung und die Einrichtung der Praxisräume sei aber seine Tochter verantwortlich gewesen. Auch Hanzl sieht die Vorzüge der neuen Praxis: „Die Arbeitsbedingungen haben sich sehr verbessert. Die Praxis ist großzügig angelegt. Das ist wichtig, die Patienten sollen sich ja entspannen.“

Den vielen Gratulanten am Eröffnungstag nach zu urteilen, kann sich die neue Praxis im Ortszentrum künftig auf viele Patienten freuen. Carola Höhne hat dafür auch schon Pläne. Neben vielen Präventionskursen sowie Kindertherapie und Babyturnen und -massage soll es ab dem kommenden Herbst auch spezielle Kurse nur für Männer geben. Carola Höhne sieht unter anderem Handwerker und Männer, die in Büros arbeiten, als Zielgruppe für den geplanten Kurs. Auch osteopathische Behandlungen soll es in Zukunft in der Physiotherapie von Carola Höhne geben. „Dazu mache ich gerade eine Ausbildung“, sagt die 35-Jährige.

Die alten Räume der Physiotherapie in Niederoderwitz bleiben übrigens nicht ungenutzt. „Dort entsteht ein Therapiezentrum für alternative Medizin, wie Magnetfeldtherapie oder Sauerstofftherapie“, sagt Gottfried Hanzl.