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Unbekannte erbeuten Leergut

Offenbar kassieren die Täter für zurückgegebene Flaschen nochmals das Pfand. Kaufland will jetzt die Container sichern.

© Katja Frohberg

Von Mareike Huisinga

Pirna. Erst vor Kurzem berichtete die SZ über das Müllproblem auf dem Sonnenstein. Unbekannte hatten abgegebene Leergutflaschen aus Plastik vom Gelände der Kaufland-Filiale in die benachbarte Plantage geworfen. Müllberge häuften sich.

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Jetzt deutet sich an, dass hinter diesem Umweltfrevel System zu stecken scheint. Gudrun Arold, die seit zwei Jahren auf dem Sonnenstein wohnt und täglich mit ihrem Hund spazieren geht, unterhielt sich vor einigen Tagen mit einem Kaufland-Mitarbeiter. „Er sagte, dass Unbekannte in die Container auf dem Gelände eindringen, um die großen Säcke mit den zurückgegebenen Plastikflaschen zu entwenden“, berichtet sie.

Leergut muss gesichert werden

Nach Kenntnis des Mitarbeiters würden die Täter die Flaschen wieder aufblasen, um sie dann erneut in die Pfandautomaten im Markt zu geben – und somit illegal Pfand zu kassieren. „Die Flaschen, die nicht mehr für diesen Zweck verwertbar sind, landen in der Landschaft“, erklärt Gudrun Arold. Sie selber habe schon Unbekannte in den großen Containern für Plastikflaschen auf dem Kaufland-Areal entdeckt. „Es ist eine große Umweltverschmutzung. Leider kontrolliert niemand hier“, ärgert sich Gudrun Arold.

Die Kaufland-Zentrale in Neckarsulm kennt das Problem. „Wir prüfen derzeit geeignete Sicherungsmöglichkeiten, um unser Leergut vor Fremdeingriffen zu schützen und diesem Vorgehen Einhalt zu gebieten“, erklärt Christine Axthelm von der Presseabteilung. Die zahlreichen Leergutflaschen, die Unbekannte in der Kirschplantage abgelegt hatten, habe die Firma vor gut einer Woche entfernen lassen. „Aufgrund der Schneelage war es allerdings nicht möglich, das Feld komplett zu säubern. Wir werden in den nächsten Tagen nochmals die Obstplantage inspizieren“, verspricht Christine Axthelm.