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Und jetzt was Kaltes!

Die Hitze sorgt für volle Eisdielen und gut besuchte Freibäder in der Region rund um Niesky. Aber nicht jedem tut sie gut.

© A. Schulze

Von Frank-Uwe Michel, Carla Mattern und Thomas Staudt

Die letzten Tage waren so heiß wie schon lange nicht mehr um diese Jahreszeit. Gefühlt sicher, aber stimmt das auch? Ja, sagt Jens Blaschke. Der Beobachter von der Görlitzer Wetterwarte hat am Donnerstag offiziell den heißesten Mai-Tag seit Beginn der Wetteraufzeichnungen 1848 gemessen. 30,9 Grad zeigte das Thermometer. Der alte Rekord liegt knapp darunter: 30,4 Grad am 28. Mai 2005. Klar, sind Freibäder, Seen und Eisdielen voll. Die SZ hat sich auch andernorts umgehört, wie die Lausitzer mit der Hitze umgehen.

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Hier ist die Hitze kein Problem: Das Waldbad Niesky verzeichnet derzeit einen Zulauf wie selten während der Schulzeit. Am Freitag wurde Kinderfest gefeiert.
Hier ist die Hitze kein Problem: Das Waldbad Niesky verzeichnet derzeit einen Zulauf wie selten während der Schulzeit. Am Freitag wurde Kinderfest gefeiert. © Jens Trenkler

Waldbad Niesky: gigantische Besucherzahlen, aber noch kein Rekord

Ist es heiß, will der Mensch ins Wasser. Ins Waldbad wollten seit der Eröffnung am 25. Mai bis einschließlich Donnerstag 2 300 Besucher. „Das ist für die Schulzeit enorm“, sagt Schwimmmeister Olaf Hansch. Vormittags kommen Familien mit kleinen Kindern. Für sie sind die Wassertemperaturen mit bis zu 30 Grad optimal. Im Schwimmerbecken ist es drei Grad kühler. Die Zufuhr von Frischwasser – 30 Liter pro Badegast sind die Norm – sorgt für bleibende Erfrischung. Nachmittags ist fast jeder auf die schattigen Plätzchen scharf, der keine Verpflichtungen hat. Trotzdem bleibt Hansch skeptisch. „Die Leute kommen nur, wenn’s warm bleibt.“ Ein Besucherrekord wie 1995 mit 60 000 Gästen ist ohnehin kaum möglich. Der Schnitt liegt bei 30 000. „Das können wir auch dieses Jahr packen.“

Eisdiele Becker: ohne Reservierung keine Chance

Vormittags geht’s, sagt Katja Becker vom gleichnamigen Eiscafé in der Rothenburger Straße in Niesky. Aber nach dem Mittag und abends war es in den letzten Tagen immer voll. Wer auf Nummer sicher gehen will, dem rät sie zu reservieren. Ansonsten heißt es warten. Neun Mitarbeiter teilen sich bei ihr die Dienste von dienstags bis sonntags. Mehr Personal? – Gern. Aber die bekommt Katja Becker nicht. Wer will schon am Wochenende arbeiten? Ob sie mehr Eis verkauft als sonst um die Jahreszeit? Zum Nachrechnen kommt sie nicht. Es ist einfach zu viel zu tun. Noch ein letzter Tipp für Eisesser? „Schneller essen, sonst hat man das Nachsehen.“

Kita Gummistiefelchen: Sonnensegel und Rasensprenger im Einsatz

Die Knirpse in der Uhsmannsdorfer Kita „Gummistiefelchen“ lieben die Sonne. „Wir achten natürlich darauf, dass es die Kleinen nicht übertreiben“, sagt Daniela Lachmann. Dazu wurde der Tagesablauf so gestaltet, dass er sich der Temperaturentwicklung anpasst. „Am Morgen gehen wir mit den Kindern raus und bleiben am Nachmittag eher drin“, erläutert die stellvertretende Kita-Chefin. Wenn die Kleinen tatsächlich draußen spielen, dann meist im Schatten der Bäume oder unter den Sonnensegeln, die extra aufgebaut wurden. „Ab und zu stellen wir auch den Rasensprenger an und lassen die Kinder durchhuschen.“ Natürlich werde auf ausreichendes Trinken geachtet, besonders Wasser und Tee seien gefragt. Hitzebedingte Ausfälle hat es laut Daniela Lachmann noch nicht gegeben, auch die Erzieherinnen hielten tapfer durch.

Tierheim Horka: Schattige Plätzchen sind besonders gefragt

„Gestresst und gereizt“, so beschreibt Aimee Zille den Gemütszustand der Hunde im Tierheim Horka. Während Katzen und Kleintiere hinter dicken Mauern einigermaßen geschützt sind, können sich die Hunde in den Außenzwingern nur in den Schatten flüchten. „Besonders für kranke Tiere ist das eine große Belastung“, stellt die Tochter von Tierheimleiterin Rosemarie Zille klar. Mittägliche Gassigänge sind tabu. „Die Hunde wollen bei dieser Hitze nur in Ruhe gelassen werden oder sie kühlen sich in ihren Doggy-Pools – kleinen Badewannen – ab.“ Getrunken wird bei Bellos jedoch nicht viel mehr als sonst. Aimee Zille: „Hunde schwitzen nicht über die Haut, sie hecheln. Und kühlen dadurch ihren Körper ab.“

Kinderparadies Schleuder: Begehrt ist alles, was zum Baden taugt

Ausverkauft sei er noch nicht, meint Helmut Schleuder. Aber alle Dinge, die man zum Baden oder zum Spielen im Freien gebrauchen kann, gingen weg wie warme Semmeln. „Kinder fragen immer wieder nach Spritzpistolen. Eltern halten es dagegen mehr mit Pools und Luftmatratzen“, erzählt der Inhaber des Kinderparadieses in Nieskys Horkaer Straße. Auch Sandspielzeug, Federballspiele und Bälle in jeder Größe seien im Moment sehr gefragt. Er selbst habe gegen die Hitze nichts einzuwenden – nicht nur beruflich. „Ich mag es lieber ein bisschen wärmer als zu kalt.“

Oberschule Mücka: Hitzefrei gibt es schon seit Dienstag

Gestern hatten die Mädchen und Jungen in der Comenius-Oberschule Mücka spätestens um halb zwölf mittags aus. Schon seit Dienstag sind die Schulstunden auf 30 Minuten gekürzt, sagt Schulleiter Torsten Weiß. Am Donnerstag beim Sportfest fiel der schweißtreibende 1 000-Meter-Lauf aus. Rekorde gab es trotzdem. „Da waren wohl die Muskeln von Beginn an schön warm“, so Weiß schmunzelnd. Ganz ähnlich läuft es am Schleiermachergymnasium Niesky. Prüfungen müssen aber trotz der Hitze geschrieben werden. „Im Grunde haben wir eine solche Situation jedes Jahr. Alle reden nur deshalb darüber, weil es diesmal so früh ist“, so Schulleiter Volkmar Würfel.

Pflegedienst Standke: Senioren bekommen mehr Aufmerksamkeit

Die warmen Hausschuhe und die langen Pullis bleiben im Schrank. Darauf und vor allem auf ausreichendes Trinken achten die Mitarbeiter des Pflegedienstes Standke bei den von ihnen betreuten Senioren besonders. „Wir schauen öfter mal nach, wie es unseren Rentnern geht, sie brauchen jetzt noch mehr Aufmerksamkeit“, sagt Chefin Barbara Standke.Auf ein Wort