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Unfaire Löhne für Frauen

Zum Internationalen Frauentag hat eine Gewerkschaft die Bezahlung weiblicher Mitarbeiter untersucht. Die ist mager und hat Konsequenzen fürs Alter.

© dpa

Von Franz Werfel

Sächsische Schweiz- Osterzgebirge. Die Teilzeit und der Niedriglohn – im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge sind beide weiblich. Laut Bundesagentur für Arbeit sind in der Region 73 Prozent aller Teilzeit- und Minijobs von Frauen besetzt. Bei den rund 22 800 Teilzeit-Stellen liegt der Frauenanteil sogar bei 82 Prozent. Darauf weist die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) hin.

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Für NGG-Geschäftsführer Volkmar Heinrich sind diese Jobs „Karrierefallen“. Gerade in Hotels, Restaurants und Bäckereien seien Mini- und Teilzeitjobs stark verbreitet – mithin in der im Landkreis starken Tourismusbranche. „Die Kellnerin in Vollzeit ist die Ausnahme“, so Heinrich. „Wer aber 20 oder 25 Stunden pro Woche arbeitet, hat es beim beruflichen Aufstieg deutlich schwerer.“ Das hat erst kürzlich wieder eine Studie der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung gezeigt. Danach bekommen Teilzeit-Beschäftigte seltener Gehaltserhöhungen oder Beförderungen.

Frauen sind öfter arm im Alter

„Bei der Bezahlung stehen Frauen allgemein weiterhin deutlich schlechter da als Männer“, so Heinrich. In Deutschland verdienten Frauen zuletzt laut Statistischem Bundesamt im Schnitt 21 Prozent weniger als Männer. In der gesamten Europäischen Union lag der Unterschied im Schnitt bei 16 Prozent. Zwar gibt es für Frauen nun erstmals einen Rechtsanspruch darauf, zu erfahren, wie viel ein männlicher Kollege in ähnlicher Position verdient. Doch das Lohntransparenz-Gesetz gilt lediglich in Betrieben mit mehr als 200 Beschäftigten.

Sollte die Politik nicht mehr gegen die Lohnungerechtigkeit unternehmen, so Heinrich, könnte sich auch die Altersarmut von Frauen in der Region verschärfen. „Geringere Löhne und kürzere Arbeitszeiten sorgen für magere Renten“, sagt Heinrich. In Ostdeutschland haben Frauen mit derzeit 818 Euro im Schnitt etwa ein Viertel weniger Rente als Männer (1 056 Euro). „Unterschiedliche Löhne für Frauen und Männer darf es nicht mehr geben.“