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Unfallkreuzung ist keine mehr

Das sagt die Straßenbehörde. Kamenzer sind skeptisch. Ein Crash zwischen Deutschbaselitz und Jesau heizte die Debatte an.

© René Plaul

Kamenz. Erneut krachte es im Sommer auf der Unfallkreuzung zwischen Deutschbaselitz und Jesau. Dort, wo sich die Ortsverbindung mit der Staatsstraße 94 trifft. Der schwere Unfall mit sechs Verletzten ereignete sich Ende Juli. Der Unfallverursacher hatte die Vorfahrt missachtet. Der Crash heizte die Diskussion um die Kreuzung wieder an.

Die geht auch Eva Barchmann aus Deutschbaselitz nicht aus dem Kopf. Der Unfallverursacher sei schließlich ein erfahrener Kraftfahrer. Verhängnisvoll seien zwei Dinge aus Sicht der Deutschbaselitzerin. Zum einen die schlechte Sicht beim Abbiegen von Deutschbaselitz Richtung Nebelschütz an der Kreuzung, zumal dort Mais und Unkraut den Blick zusätzlich erschwert habe. Zum anderen, dass dort gerast wird. Die Situation sei nach wie vor gefährlich. Die Leserin wundert sich nun, dass ein Kreisverkehr zwischen Bloaschütz und Prischwitz gebaut wird. Auch dort werde der Verkehr durch den Kreisel gebremst. Warum werde also kein Kreisverkehr zwischen Deutschbaselitz und Jesau gebaut, um den Unfällen ein Ende zu bereiten? Das sei nun schon so oft angeregt worden. Bisher war die Haltung im Dresdner Landesamt für Straßenbau- und Verkehr abweisend.

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Schutzwände sollen für mehr Sicherheit sorgen

Sprecherin Isabel Siebert erinnert an die Historie: „Die Kreisstraße war ja an dieser Kreuzung sieben Jahre lang gesperrt, nachdem hier ein Unfallschwerpunkt festgestellt worden war.“ Erst 2013 wurde die Kreuzung wieder komplett für den Verkehr freigegeben. Natürlich nicht einfach so. Der Öffnung gingen umfangreichen Untersuchungen voraus. Außerdem wurden Veränderungen vorgenommen, um die Verkehrssicherheit zu erhöhen. Isabel Siebert erwähnt insbesondere die Sichtschutzwände. Die sei eine wichtige Voraussetzung, um der Hauptunfallursache beizukommen: den Vorfahrtsfehlern. Aber auch die Geometrie wurde geringfügig geändert. Für das Amt steht fest: „Seit der ,Neuöffnung‘ ist die Kreuzung kein Unfallschwerpunkt mehr.“ Weder Landesamt noch Polizei würden derzeit einen Grund zum Handeln sehen: „Die Veränderungen an der Kreuzung zur Unfallvermeidung sind wirksam“, so Isabel Siebert. Es schließe nicht aus, dass dennoch Unfälle passieren würden. Denn das sei niemals hundertprozentig zu verhindern: „An keiner Kreuzung – gleich welcher Ausgestaltung. Die Unfallkreuzung ist also keine mehr. Leser sind da durchaus skeptisch. (SZ/ha)