Merken

„Unfallstelle war einziges Schlachtfeld“

Die A4 zwischen Nieder Seifersdorf und Kodersdorf ist wieder befahrbar. Doch der Geisterfahrer hat einen hohen Schaden verursacht.

Teilen
Folgen
© Danilo Dittrich

Nieder Seifersdorf/Kodersdorf. Bis in die Nacht sind die Einsatzkräfte mit der Bergung des Skodas und Lkw beschäftigt gewesen. Seit 1 Uhr ist die A4 zwischen Nieder Seifersdorf und Kodersdorf wieder für den Verkehr freigegeben. „Die Unfallstelle war ein einziges Schlachtfeld“, sagt der stellvertretende Kreisbrandmeister Ronald Prüß. „Es ist ein Wunder, dass jemand überlebt hat.“

Geisterfahrer-Unfall auf der A4

Am Sonnabendvormittag fuhr ein 36-jähriger Skodafahrer falsch auf der Anschlussstelle Kodersdorf auf die A4 und stieß hinter dem Tunnel Königshainer Berge mit einem Lkw zusammen. Der mit Gummiteilen beladene Laster aus Polen kippte um und fing Feuer. Der Geisterfahrer durchbrach ein Brückengeländer, aber stürzte mit seinem Fahrzeug nicht hinab.

Der eingeklemmte Autofahrer musste aus seinem Wagen befreit werden und erlitt schwere Verletzungen, der Lkw-Fahrer leichte. Beide kamen in ein Krankenhaus. Inzwischen folgte eine Notoperation des aus der Region stammenden Geisterfahrers. „Er konnte noch nicht vernommen werden“; sagt ein Polizeisprecher. Somit bleibt spekulativ, ob sich der 36-Jährige das Leben nehmen wollte oder nur falsch aufgefahren ist.

70 Kameraden der Feuerwehren aus Kodersdorf, Horka, Niesky, See und Nieder Seifersdorf sowie 40 Kräfte vom Technischen Hilfswerk kamen zum Einsatz. Die Bergung der Fahrzeuge gestaltete sich nach Auskunft von Ronald Prüß schwierig, weil Kautschuk leicht brennbar ist und sich gefährliche Dämpfe entwickeln können. Deshalb durften die Helfer nur mit Atemschutz vorgehen. Mit einem Radlader des Technischen Hilfswerks holten sie die Ladung aus dem Lkw, der diese breitzog. Anschließend konnte der Kautschuk abgelöscht werden.

Auch wenn die Polizei die Unfallstelle wieder freigegeben hat, so sind laut Aussage des stellvertretenden Kreisbrandmeisters umfangreiche Reparaturen vor Ort nötig. Der Schaden beträgt rund 130000 Euro. (szo/tc mit SZ/ag)