merken

Meißen

Unglaubliche Verharmlosung

Ein Kommentar von Jürgen Müller über die Verwendung des Begriffs „Nazis“.

Jürgen Müller.
Jürgen Müller. ©  Claudia Hübschmann

Das sollte nun auch der Letzte begriffen haben: Das Internet ist kein rechtsfreier Raum. Wer hier hetzt, pöbelt, beleidigt, muss sich dafür verantworten. Das gilt für alle, für Rechte, aber genauso für Linke. Das musste am Dienstag ein Linker lernen, der einen Pegida-Mann als „Neonazi“ bezeichnet hatte. Und das ohne besonderen Grund oder Anlass, sondern nur, um ihn zu beleidigen, zu diffamieren, zu verunglimpfen.

Nazis ist die Abkürzung für Mitglieder der ehemaligen Nationalsozialistischen Partei Deutschlands, der NSDAP. Nazis, das waren diejenigen, die den verheerendsten aller Kriege mit mehr als 50 Millionen Toten vom Zaune gebrochen haben. 

Sächsische.de zum Hören!

Zu Hause, unterwegs, in der Pause – Sächsische.de kann man nicht nur lesen, sondern auch immer und überall hören. Hier befinden sich unsere Podcasts.

Nazis, das waren diejenigen, die sechs Millionen Juden ermordet haben. Nazis, das waren diejenigen, die alle Parteien außer der eigenen verboten und Menschen mit anderen politischen Ansichten in Konzentrationslager geschickt und viele von ihnen ermordet haben.

Menschen, die eine andere Meinung als der Mainstream haben, die gegen die Flüchtlingspolitik oder die Regierung protestieren – wenn auch teils mit drastischen und nicht tolerierbaren Worten - nehmen ihr Recht auf Meinungsfreiheit wahr.

Weiterführende Artikel

Symbolbild verwandter Artikel

Pegida-Däbritz als Neonazi bezeichnet

Der Freund von Lutz Bachmann hat gegen einen Klipphausener Antifa-Aktivisten geklagt. Teuer wird der Prozess aber nicht nur für den Angeklagten.

 Sie, aber auch Mitglieder einer in Deutschland zugelassenen und demokratisch gewählten Partei als „Nazis“ oder „Neonazis“ zu bezeichnen, ist nicht nur eine politische Dummheit und nicht nur eine Straftat. Es ist eine unglaubliche Verharmlosung der Nazidiktatur und eine schamlose Beleidigung und Verhöhnung von deren Millionen Opfern.

E-Mail an Jürgen Müller