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Union schießt den BVB von der Spitze

Der Aufsteiger bejubelt den ersten Erfolg in der Fußball-Bundesliga. Bei Borussia Dortmund gibt es nach dem herben Rückschlag einiges zu bereden.

Berlins zweifacher Torschütze Marius Bülter (Mitte) lässt sich feiern.
Berlins zweifacher Torschütze Marius Bülter (Mitte) lässt sich feiern. © dpa/Andreas Gora

Berlin. Borussia Dortmund hat überraschend die Führung in der Fußball-Bundesliga verloren. Die so famos in die neue Saison gestartete Mannschaft von Trainer Lucien Favre verlor nach einem offensiv wie defensiv schwachen Auftritt bei Aufsteiger Union Berlin nicht mal unverdient mit 1:3 (1:1) und rutschte in der Tabelle vom ersten auf den fünften Platz zurück. Als neuer Spitzenreiter geht dadurch RB Leipzig in die Länderspielpause.

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Die Gastgeber gingen in der 22. Minute nach einer Ecke durch Marius Bülter mit 1:0 in Führung. Doch die Freude über das erste Heimtor der Köpenicker in der Bundesligageschichte währte nur kurz. Bereits drei Minuten später glich Paco Alcacer mit seinem vierten Saisontor für den BVB aus. Zu Beginn der zweiten Halbzeit war es erneut Bülter, der mit seinem zweiten Treffer (50.) die mit 22.467 Zuschauern ausverkaufte Alte Försterei in einen kollektiven Freudentaumel versetzte. Sebastian Andersson (75.) sorgte für den umjubelten Schlusspunkt.

Die Unioner, die bei der Heimspielpremiere im deutschen Fußball-Oberhaus vor zwei Wochen von RB Leipzig (0:4) noch vorgeführt wurden, legten diesmal deutlich weniger Respekt an den Tag und feierten den ersten Bundesligasieg der Klubgeschichte ausgerechnet gegen den großen Titelkandidaten.

Für den verletzten Axel Witsel (Muskelfaserriss im Adduktorenbereich) rückte beim BVB Thomas Delaney in die Startelf. Auch Nationalspieler Julian Brandt, der in den ersten beiden Ligaspielen als "Joker" stark auftrumpfte, durfte von Beginn an auflaufen. Außerdem brachte Favre auf der Linksverteidiger-Position Achraf Hakimi für Nico Schulz.

Fans beider Klubs zünden Bengalos

Auch Union-Coach Urs Fischer nahm drei Startelf-Veränderungen vor. Aber Neven Subotic durfte gegen seinen ehemaligen Klub als Abwehrchef agieren. Der langjährige BVB-Profi hätte in der 10. Minute beinahe mitten ins Herz seiner "Alten Liebe" getroffen. Doch sein Kopfball ging knapp am rechten Pfosten vorbei. Davor hatte auch schon Bülter eine gute Kopfballchance für die Hausherren, die sich nicht versteckten.

Die Dortmunder hatten zwar von Beginn an deutlich mehr Ballbesitz, doch das Offensivspiel war zu ausrechenbar. Außerdem leisteten sie sich einige unnötige Fehlpässe. Nach dem Rückstand, den die Dortmunder mit einem abermals schlechten Abwehrverhalten nach einem Standard begünstigten, wachte der Champions-League-Starter auf. Der Ausgleich von Alcacer nach Vorarbeit von Jadon Sancho war der Lohn.

Als die Dortmunder gerade an Fahrt aufgenommen hatten, wurden sie von ihren Fans gestoppt. Weil viele BVB- und Union-Fans am Grenzzaun zwischen den Fanlagern aneinander geraten waren, unterbrach Schiedsrichter Felix Brych die Partie kurz. Direkt nach Beginn der zweiten Halbzeit zündeten Anhänger in beiden Fanblocks Bengalos.

Die Berliner Profis kamen mit der Stimmung auf den Rängen besser zurecht und gingen erneut in Führung, als Bülter einen Nachschuss eiskalt verwandelte. Die Dortmunder antworteten mit wütenden Angriffen, von denen aber die wenigsten wirklich durchdacht wirkten. Im Anschluss an eine Berliner Ecke traf Andersson zum Endstand. (sid)