merken
Sachsen

Sachsens Unis sammeln für Studenten

Die Corona-Krise hat viele Studenten an den Hochschulen hart getroffen - auch in Sachsen. Jetzt versuchen die Hochschulen zu helfen.

Bereits im Juni machten Studierende auf dem Dresdner Theaterplatz auf die unzureichenden Hilfsmaßnahmen für Studenten in finanzieller Notlage aufgrund der Corona-Krise aufmerksam.
Bereits im Juni machten Studierende auf dem Dresdner Theaterplatz auf die unzureichenden Hilfsmaßnahmen für Studenten in finanzieller Notlage aufgrund der Corona-Krise aufmerksam. © Sebastian Kahnert/dpa

Die Spendenaktionen sächsischer Hochschulen und Universitäten für durch die Corona-Krise in Not geratene Studenten haben zum Teil mehrere zehntausend Euro eingebracht. Damit konnte oft auch ausländischen Studierenden geholfen werden, ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur unter den Hochschulen. "Die Corona-Krise verursacht bei vielen Studierenden unserer Universität erhebliche finanzielle Probleme, die eine erfolgreiche Fortführung ihres Studiums gefährden", hatte der Rektor der Technischen Universität Dresden, Hans Müller-Steinhagen, erklärt.

Die Notlagen waren vor allem entstanden, weil Studierende wegen des Lockdowns ihre Nebenbeschäftigung und damit Einnahmen für ihren Lebensunterhalt verloren hatten.

Anzeige
Eine Automatikuhr für Sammler und Kenner
Eine Automatikuhr für Sammler und Kenner

Die sportlich elegante 29er Casual aus dem Hause Mühle-Glashütte gibt es ab sofort in der streng limitierten Sonderedition „30 Jahre Deutsche Einheit“

Der Spendenstand an der TU Dresden lag Ende Juli bei 165.000 Euro, 235 Studenten haben Hilfen erhalten. Die Gesellschaft von Freunden und Förderern der TU hatte Ende April ein Hilfsprogramm für Überbrückungsstipendien aufgelegt. Vor allem die Alumni, ehemalige Studierende der TU, hätten sich mit hohen Einzelspenden hervorgetan, hieß es. Für jeden gespendeten Euro hatte der Verein einen Betrag in gleicher Höhe dazu gegeben. Bei der Verteilung hätten unter anderem Jobverlust oder fehlende Kinderbetreuung eine Rolle gespielt. Auch für Anschaffungen gab es Einmalzahlungen von 200 oder 450 Euro. Das Geld wurde in Abstimmung mit dem Studentenwerk Dresden und dem Studentenrat vergeben. Die Aktion läuft noch bis Ende September.

Nach Einschätzung der Universität hält der Bedarf an. Viele Studenten, die vor allem in der Gastronomie und Hotellerie als studentische Pauschalkräfte gearbeitet hatten, würden noch nicht wieder oder nur mit wenigen Stunden eingesetzt, so dass sie kaum Einkünfte erzielten. Eine finanzielle Unterstützung durch die Eltern sei kaum möglich sei, wenn diese kurzarbeiteten.

Auch ausländische Studenten bekommen Hilfe

Mit dem Fonds wird nach Angaben der Uni auch ausländischen Studenten geholfen. Diese waren unter anderem nach Ende der Prüfungen im Februar nach Hause gereist und konnten dann zunächst nicht mehr zurückkehren, die Kosten wie Miete oder Krankenversicherung liefen jedoch weiter.

Die von der Rektorin der Leipziger Universität, Beate Schücking, initiierte "Spendenaktion für in Not geratene internationale Studierende" hat genau diese Menschen im Blick. Schücking sprach von "einer Herzensangelegenheit", denn "Leipzig und die Universität sollen international bleiben - trotz, während und nach Corona." Während deutsche Studierende oftmals Anspruch auf BAföG und Sozialleistungen des Staates hätten, werde für viele internationale Studierende die Zahlung von Miete, Krankenversicherung, Semestergebühren, Rundfunkbeiträgen und Lehrmaterialien zu einer unüberwindbaren Hürde. Bis Ende Juni wurden fast 50.000 Euro gesammelt und mehr als 33.000 Euro an 71 Studenten ausgezahlt.

Immaterielle Hilfe an der TU Chemnitz

Die TU Chemnitz hat nach eigenen Angaben vor allem immaterielle Unterstützung geleistet. Dazu gehöre die Möglichkeit, das Sommersemester 2020 nicht auf die Regelstudienzeit anzurechnen. Materielle Unterstützung gewähre das Studentenwerk Chemnitz-Zwickau mit Überbrückungshilfen zwischen 100 und 500 Euro im Monat.

Zudem stellt das Studentenwerk regelmäßig Listen mit Jobangeboten in Chemnitz und Zwickau zusammen. Ob das Angebot schon ausreiche, könne nicht gesagt werden, hieß es. "Belastbare Zahlen dazu gibt es leider nicht", bestätigte der Sprecher von der Konferenz der Sächsischen Studierendenschaften, Paul Senf. Berichten zufolge gebe es wieder mehr Arbeit für Studierende, nachdem die gastronomischen Betriebe wieder geöffnet hätten. "Ein wenig hat sich die Situation normalisiert." Jobs etwa auf Messen oder Festivals blieben jedoch weiterhin verloren.

Bis Anfang Juli dieses Jahres sind über den Verein der Freunde und Förderer der TU Bergakademie Freiberg mehr als 104.000 Euro an Spendengeldern von insgesamt 241 Stiftern im Corona-Hilfsfonds eingegangen. An der Hochschule Mittweida haben Hochschulleitung, Studentenrat und Studentenwerk Freiberg Spenden gesammelt. Das Startbudget von 10.000 Euro stieg bis Anfang Juni auf 45.000 Euro. Unterstützt wurden 45 Studenten, davon 90 Prozent internationale Studierende. (dpa)

So berichten wir über die Corona-Krise:

Mehr zum Thema Sachsen