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„Uns wird einfach zu wenig zugetraut“

Susann Rüthrich (SPD) ist die zweite Vertreterin aus dem Landkreis Meißen im Bundestag. Sie macht sich große Sorgen.

© Daniel Förster

Frau Rüthrich, herzlichen Glückwunsch zur Wiederwahl. Sie werden über die Parteiliste zum zweiten Mal dem Parlament angehören. Ist ihnen angesichts des schlechten Wahlergebnisses von 8,9 Prozent bei den Erststimmen überhaupt nach Feiern zumute?

Na ja, ich bin auch das letzte Mal über die Liste hineingewählt worden. Damals hatte ich über zwölf Prozent, jetzt weniger. Aber gewählt ist gewählt. Dennoch hätte ich mir mehr Zustimmung gewünscht. Wir haben vier Jahre lang eine gute Arbeit gemacht.

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Weshalb fanden Ihre inhaltlichen Botschaften so wenig Gehör?

Ich habe viel Zustimmung für Themen wie kostenlose Bildung erhalten. Aber vielleicht wurde uns einfach nicht zugetraut, dass wir sie auch umsetzen können.

Warum ist die AfD so stark geworden?

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Das ist das, was mich am meisten umtreibt. Es ist sehr bitter. Die AfD ist nicht trotz der rechten Tendenzen in ihren Reihen gewählt worden, sondern gerade deswegen. Das macht mir Sorgen für die nächsten Jahre. Sie haben ja keine inhaltlichen Angebote, kein Rentenkonzept. Nur das Flüchtlingsthema. Vielen Menschen wollen wohl keine offene Gesellschaft.

Was muss sich bei der SPD ändern?

Ich bin Martin Schulz sehr dankbar, dass er die Oppositionsrolle für unsere Partei ankündigte. Das ist richtig.

Das Gespräch führte Ulf Mallek.