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Unsichere Zukunft für Ortsamt Loschwitz und das Bräustübel

Das Gebäude ist ein Treffpunkt für die Einwohner. Doch dafür muss die Stadt Miete zahlen. Wäre der Kauf der Objekte eine Option?

© C. Juppe

Von Julia Vollmer

Jedes Jahr finden im Ortsamt Loschwitz über 160 Veranstaltungen statt, bis 2020 sind die Räume dafür komplett ausgebucht. Daneben ist es natürlich die Anlaufstelle für alle Anliegen der Einwohner, es ist jedoch kein Bürgerbüro. Ummelden, anmelden oder einen Personalausweis beantragen kann man hier nicht. Dennoch ist es einer der Treffpunkte für die Loschwitzer. Doch wie geht es mit dem markanten Gebäude am Körnerplatz weiter?

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Denn das Gebäude samt der Räume des Bräustübel gehören nicht der Stadt, sondern sind nur von der Frenalis Grundstücksverwaltungsgesellschaft geleast, so die Stadt. Am 30. Juni 2019 läuft der derzeitigen Vertrag aus. Ob dieser verlängert wird, sei noch nicht abschließend geklärt. „Das Bräustübel ist nicht mehr vermietet und steht derzeit leer“, sagt Stadtsprecher Karl Schuricht.

SPD-Stadträtin Kristin Sturm fordert jetzt die Stadt auf, das Gebäude zu kaufen. „Das würde 1,6 Millionen kosten, dazu würden noch mal 800 000 Euro für die Brandschutzsanierung kommen“, so Sturm. Statt jeden Monat Miete zu bezahlen, könne man auch einfach kaufen. Wie hoch die monatlichen Mietkosten für das Objekt sind, will die Verwaltung nicht sagen. „Dies betrifft einen Vertrag mit einem Privaten, über dessen Konditionen wir uns nicht öffentlich äußern“, so Diana Petters aus der Pressestelle. Kristin Sturm wird dagegen konkret mit ihren Plänen. „Wir würden gern ein Kulturzentrum vor Ort schaffen, aber auch ein Verwaltungszentrum“, so Sturm. Auch für das Bräustübel hat Sturm eine Idee. „Wir könnten in unserem Viertel ein Jugendzentrum gut gebrauchen, das fehlt hier.“

Oberbürgermeister Dirk Hilbert erteilt der Kaufidee eine Absage. „Eine Wirtschaftlichkeitsbetrachtung wurde durchgeführt, mit dem Ergebnis, das Objekt nicht zu erwerben“, schreibt er in der Antwort auf die Anfrage der SPD. Die Stadt habe dem Vermieter mitgeteilt, lieber weiterhin mieten zu wollen. Doch statt der 2000 Quadratmeter, die bisher angemietet werden, sollen es in Zukunft nur noch 650 sein. Doch von dem Vermieter habe man daraufhin noch nichts gehört, so Hilbert. Außerdem will die Verwaltung einen Makler beauftragen, in der näheren Umgebung nach Alternativobjekten zu suchen. Es bleibt also erstmal offen, wie es weiter geht mit dem Ortsamt und dem Bräustübel.