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Unter Dampf

Beim 12. Schmalspurbahn-Festival können die Besucher am Wochenende wie in königlichen Zeiten reisen. Auch DDR- Fernsehlieblinge sind mit dabei.

© Stephan Hönigschmid

Von Stephan Hönigschmid

Die gesunde Drittelstunde

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Moritzburg/Radeburg/Radebeul. Die historische Uniform passt Paul Kuropka wie angegossen. Gemeinsam mit seinen Mitstreitern vom Traditionsbahn Radebeul e.V. wird er am Wochenende die Besucher des zwölften Schmalspurbahnfests in die längst vergangene Zeit der Königlich-Sächsischen Staatseisenbahn entführen.

„Wir sind an allen Tagen mit etwa 20 Leuten im Einsatz. Für uns ist das Fest stets der Höhepunkt der Saison“, sagt der 29-Jährige. Wie in jedem Jahr steht der Traditionszug auf seiner Fahrt gen Moritzburg und Radeburg auch diesmal unter einem speziellen Motto. „Unsere Wahl ist in diesem Jahr auf die historische Landwirtschaft gefallen. Aus diesem Grund werden auf den zusätzlich zu den Salonwagen angehängten Güterwaggons unter anderem alte Pflüge zu sehen sein“, so Kuropka. Gezogen wird der Zug aus dem Jahr 1900 von der grünen Lokomotive der Baureihe IV K der Radebeuler Traditionsbahn.

Ansonsten ist jeweils eine weitere Lok der Baureihe IV K und der Baureihe VII K im Einsatz, die Wagen aus den Siebzigern und der Gegenwart bewegen. Während des Wochenendes haben die Eisenbahnfans die Wahl zwischen 48 Abfahrten. Auf einigen ist als Attraktion Old Shatterhand (13.13 Uhr und 15.49 Uhr ab Radebeul-Ost, 13.50 Uhr ab Moritzburg) mit an Bord. Bis zu vier Kinder unter 14 Jahre fahren in Begleitung eines Erwachsenen kostenfrei.

Wem diese Dosis an lebendiger Geschichte noch nicht ausreicht, der hat im Radeburger Bahnhof die Gelegenheit, eine Ausstellung über die Entstehung der Schmalspurbahn zu besichtigen, die seit 1883 von Radebeul-Ost durch den Lößnitzgrund, entlang der Weinberge, vorbei an Schloss Moritzburg bis ins Zillestädtchen Radeburg über eine Strecke von 17 Kilometern verkehrt. „Die Besucher erfahren dort Wissenswertes über die Anfänge der Eisenbahn sowie über den Alltag der Eisenbahner“, sagt Mirko Froß, Eisenbahnbetriebsleiter der Sächsischen Dampfeisenbahngesellschaft (SDG). Zusätzliche Angebote seien in dem Bahnhof aufgrund der begrenzten Kapazitäten nicht umsetzbar, so Froß.

Das Augenmerk liegt somit auf Moritzburg und Radebeul. „In Moritzburg bieten wir sowohl am Sonnabend als auch am Sonntag ein buntes Familienprogramm an“, sagt die Marketingleiterin des Verkehrsverbundes Oberelbe (VVO), Gabriele Clauss. Neben Minitischtennis, Airhockey, einer Hüpfburg und Clown-Shows können sich besonders die Kinder auf beliebte Figuren wie Puppendoktor Pille und Brummkreisel Achim aus dem DDR-Fernsehen freuen. Auch Tanzdarbietungen und Zaubershows gehören zum Programm, das von Radio-Dresden-Moderator Robert Drechsler präsentiert wird. Für kulinarischen Genuss sorgen das Weingut Vincenz Richter aus Meißen und das Hofgut Kaltenbach.

Trotz der Vorfreude sollten die Besucher eines beachten, um nicht unnötig Zeit im Stau zu verschwenden: „Aufgrund der gleichzeitig stattfindenden Moritzburger Hengstparade empfehlen wir die Anreise mit dem öffentlichen Personennahverkehr“, sagt Clauss, die für das Festival an allen Standorten über das Wochenende verteilt mit etwa 8 000 bis 10 000 Besuchern rechnet.

Körperliche Ertüchtigung ist übrigens bei der zwölften Auflage des Schmalspurbahn-Festivals auf der Lößnitzgrundbahn ebenfalls angesagt. Und das für die ganze Familie. „In Radebeul-Ost haben wir wieder eine Draisine stehen, die Eltern gern gemeinsam mit ihren Kindern ausprobieren können“, sagt Froß. Darüber hinaus ist eine Mitfahrt auf dem Führerstand der Kleindiesellokomotive VC 10 möglich. Abendlicher Höhepunkt, der in diesem Jahr Premiere feiert, ist am Sonnabend von 19.30 Uhr bis 21 Uhr die Illumination der altehrwürdigen historischen Loks vor dem Bahnhof von Radebeul-Ost.

www.traditionsbahn-radebeul.de

www.loessnitzgrundbahn.de