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Unterirdische Probleme

In einem Heidenauer Autohaus staut sich das Wasser in den Toiletten. Die Suche nach der Ursache führt zu einem größeren Problem.

© Daniel Schäfer

Von Heike Sabel

Heidenau. Lange dachten die Streits, sie müssten das in Ordnung bringen. Schon voriges Jahr stand das Wasser in den Toiletten ihres Autohauses an der Ringstraße. Dann war mal ein Fachmann da, hat was gemessen und geguckt. Seither aber hatten die Streits nichts wieder gehört.

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Nun hat das Thema den Heidenauer Stadtrat beschäftigt. Am Donnerstag hat dieser die Sanierung des Kanals auf der Ringstraße zwischen Bahnhof- und Röntgenstraße beschlossen. Es hat nämlich nicht an den Streits und deren Toiletten gelegen. Aber ihr Problem war der Auslöser für die Ursache des Übels. Und das ist der alte und kaputte Kanal. Eine Befahrung zeigte, dass stellenweise nicht mehr viel davon vorhanden ist. Die Folge: ein ausgespülter Untergrund und schließlich ein Rückstau bis in die Toiletten.

Damit nicht noch Schlimmeres passiert und die Straße in Mitleidenschaft gezogen wird, sollen die rund 110 Meter Kanal nun zwischen Juli und November saniert werden. Dann wird mit der Inlinermethode ein Rohr eingezogen, sodass die vor fünf Jahren sanierte Straße nicht aufgerissen werden muss. Zudem werden die Hausanschlüsse saniert.

Obwohl für das Vorhaben kein Geld eingeplant war, kann ohne Probleme gebaut werden. Weil die Stadt dieses Jahr keine Fördermittel für den Ausbau der Gabelsbergerstraße erhält, sind die dafür vorgesehenen Gelder sozusagen übrig. Sie können nun für die Ringstraße verwendet werden. Das Geld für die Gabelsbergerstraße muss nächstes Jahr neu eingeplant werden.

Obwohl Heidenau oft Kanäle saniert, ist noch nicht einmal die Hälfte des rund 50 Kilometer langen Kanalnetzes erneuert. Etwa 20 Kilometer wurden seit 1990 neu gebaut. Die Hochwasser 2002 und 2013 führten dazu, dass mehr und schneller saniert und gebaut werden musste.

Die Stadt wird jetzt auf Wunsch der Linken eine Übersicht zusammenstellen. Sie soll zeigen, wo welche Kanäle schon saniert worden und wo dies noch notwendig bzw. geplant ist. Nicht immer sei auf den ersten Blick klar, warum wo wann gebaut wird, sagt Bürgermeister Jürgen Opitz (CDU). „Es kommt darauf an, baulich sinnvolle Abschnitte zu bilden.“ Wenn aber Schäden wie auf der Ringstraße dazu kommen, steht deren Beseitigung im Vordergrund. Die Streits sind jetzt beruhigt. Die Bauarbeiten sind das geringere Übel im Vergleich mit der Unsicherheit und Sorge.