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Unternehmen werden Bushaltestellen

Das „Grussschinner Betriebsjechn“ zeigt die Branchenvielfalt im Ort. Und das soll erst ein Auftakt sein.

© SZ-Grafik

Von Holger Gutte

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Großschönau. Ungewöhnlich viele Kleinbusse werden am Sonnabend durch Großschönau, Waltersdorf und nach Hainewalde fahren. Sie steuern Haltestellen an, die es nur an diesem Tag gibt. Ziel sind die 19 Stationen des ersten „Grussschinner Betriebsjechn“. „Ursprünglich wollten wir damit den Schülern von Großschönau zeigen, was sie hier wo überall lernen oder wo nach einem Praktikum fragen können“, schildert Sabine Glathe. Sie gehört mit ihrem gleichnamigen Pflegedienst zu den Unternehmen und Einrichtungen, die beim Betriebsjechn mitmachen. „Wir wollen den Leuten sagen, warum willst du weggehen, bleib doch hier“, sagt sie. Sabine Glathe würde gern im kommenden Lehrjahr wieder Auszubildenden einen Lehrvertrag anbieten.

Entstanden ist die Idee für das „Grussschinner Betriebsjechn“ innerhalb der Gesprächsrunden zum Zukunftsprojekt Großschönau 2030 und beim Unternehmerstammtisch der Gemeinde. Dann aber haben sich die Organisatoren schnell überlegt, dass sie die Aktion nicht nur für diese Altersgruppe, sondern für alle öffnen sollten. „Wir möchten die Vielfalt der Unternehmen vor Ort vorstellen“, fügt Jana Liebe hinzu. Auch die Konditorei Liebe macht beim Betriebsjechn mit. Jana und Henry Liebe zeigen beispielsweise die Zutaten und einen Film zur Brotherstellung sowie Teigmaschinen und andere Maschinen in ihrer Backstube. Und die Vielfalt der Unternehmen und Branchen in Großschönau und im Ortsteil Waltersdorf ist groß. Bei 18 Firmen, Geschäften und Einrichtungen können sich die Besucher am Sonnabend von 17 bis 20 Uhr davon überzeugen. Anschließend gibt es dann noch in der alten Webschule eine öffentliche Gesprächsrunde, an der alle Teilnehmer sich auch den Fragen der Bürger stellen. Zuvor sollen die Bürger aber erst einmal möglichst viele Stationen des Betriebsjechn ansteuern.

Drei kostenlose Buslinien, die ab 17 Uhr im Zehn-Minutentakt verkehren, können sie dafür nutzen. Jederzeit ist dabei ein Umsteigen möglichen. Die Busse bringen die Besucher zu den Textilunternehmen Damino und Frottana, aber auch zu Baufirmen. Die Tour 3 ist beispielsweise extra eingerichtet worden, weil Bau Franke in Hainewalde auch mitmachen wollte, berichtet Sabine Glathe. Dort kann sogar mal ein Bagger bedient werden.

Umsehen können sich zukünftige Lehrlinge, Mitarbeiter und andere interessierte Bürger aber auch in einem Autohaus, einer Werkstätte für Innenausbau, Gärtnerei und Druckerei. Die Gemeindeverwaltung nimmt am Betriebsjechn mit der Tourist-Information teil. Die Busse bringen die Gäste außerdem zu einem Optiker, einer Apotheke, einem Elektriker, zu Trixi, zur Hubertusbaude und zur Kaffee-Rösterei.

Die Situation hat sich branchenübergreifend in den letzten Jahren geändert, berichten Jana Liebe und Sabine Glathe. „Früher mussten wir mehr für unsere Produkte werben. Heute für Leute, die sie herstellen sollen“, sagen sie. Die 18 teilnehmenden Unternehmen und Einrichtungen hoffen auf möglichst viele Interessierte. Und sie wollen das Betriebsjechn zur Tradition werden lassen. „Vielleicht könnten 2019 auch Vereine mitwirken. Denn auch die brauchen mehr Mitstreiter, heißt es.