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Unterschriften gegen Parkplatzpläne

Die Garagenbesitzer in Glashütte machen mobil gegen einen möglichen Abriss. Sie haben andere Vorschläge.

© Frank Baldauf

Von Maik Brückner

Glashütte. Nach wie vor beschäftigt die Parkplatzsituation viele Glashütter. 24 von ihnen waren in die Bürgerfragestunde zur jüngsten Stadtratssitzung gekommen, um mit der Verwaltung und dem Stadtrat ins Gespräch zu kommen. Anlass dafür sind die Pläne der Stadt, den Garagenkomplex an der Emil-Lange-Straße abzureißen, um dort Stellflächen zu schaffen. Zwar ist nach wie vor offen, ob und wann dieser Plan umgesetzt werden soll. Dennoch regt sich schon jetzt öffentlicher Widerstand.

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Schon einmal haben die Garagenbesitzer rund um Frank Schütze (re.) an der Emil-Lange-Straße für den Erhalt ihrer Garagen gekämpft. © Archivfoto: Egbert Kamprath

Einige Bürger nutzten die Chance, um Vorschläge zu machen, wie die Parkplatzsituation verbessert werden könnte. Die SZ fasst die Diskussion, die sich in der Bürgerfragestunde ergab, zusammen.

Vorschlag I: Garagen an der Emil-Lange-Straße bleiben stehen

Im Rathaus gibt es Überlegungen, die auf städtischen Grund und Boden stehenden Garagen an der Emil-Lange-Straße abzureißen. Nach der Sicherung des Hanges mit einer Stützwand sollen dort 54 Stellflächen geschaffen werden. Dazu haben die Garagenbesitzer eine klare Meinung: Sie sind dagegen. Frank Schütze legte als deren Sprecher dem Stadtrat eine Petition vor, in der sich 45 Bürger gegen den Abriss aussprechen. Der finanzielle Aufwand, den die Stadt hier hätte, sei aus Sicht der Steuerzahler nicht zu rechtfertigen, erklärte er.

Durch den Abriss würden 34 Garagen wegfallen. Da es an der Straße zurzeit schon ein Dutzend Stellplätze gebe, würden nur acht weitere neu geschaffen. Und dafür sollen 700 000 Euro investiert werden. Das sei nicht hinnehmbar.

Günter Weidenmüller, der ebenfalls zu den Garagenbesitzern gehört, erklärte, dass die Stadt zwar das Recht habe, die Garagen abzureißen. „Es gibt aber auch ein gefühltes Recht“, sagte er. Wenn dieses mit der Praxis übereinstimme, seien die Bürger zufrieden, wenn nicht, sind sie unzufrieden. Letzteres würde sich bei den Garagenbesitzern bei einem Abriss einstellen. Weidenmüller gab zudem noch zu bedenken, dass der Besitz einer Garage die Kosten für die Haftplicht mindere. Diesen Vorteil würde man auch verlieren.

Bürgermeister Markus Dreßler (CDU) erinnerte die Garagenbesitzer daran, dass dazu noch keine Entscheidung gefallen sei. Wenn die ansteht, werde man die Garagenbesitzer anhören. Zunächst will die Stadt klären, ob es einen Bedarf an Stellflächen gibt, die allerdings angemietet werden müssten. Wer Interesse hat, wird zwischen 30 und 40 Euro pro Monat zahlen müssen. Die Umfrage soll Mitte März starten und etwa einen Monat dauern.

Vorschlag II: Emil-Lange-Straße bleibt eine ganz normale Anliegerstraße

Frank Schütze sprach sich auch gegen die Überlegungen aus, die Emil-Lange-Straße nach einem Abriss der Garagen und dem Anlegen der Stellflächen zu einer Einbahnstraße zu machen. Dadurch könnten, so die Überlegung der Planer, mehr Parkplätze ausgewiesen werden. Das würde nicht nur den Müllfahrern und den Postdiensten zu schaffen machen, sagte Schütze. Auch der Rettungsdienst, der am Ärztehaus und damit unmittelbar an dieser Straße stationiert ist, würde Probleme bekommen. Dreßler konnte ihm die Angst nehmen. Auch dazu ist noch keine Entscheidung gefallen, erklärte er. Der Vorschlag müsse erst geprüft werden.

Vorschlag III: Anwohnerparkplätze sollen geschaffen werden

Vor allem für Anlieger an der Uhrenmeile ist es schwer, tagsüber Parkplätze zu finden. Denn diese werden fast ausnahmslos von Pendlern genutzt, die von außerhalb zur Arbeit nach Glashütte kommen. Deshalb wurde erneut gefordert, Anwohnerparkplätze einzurichten. Bürgermeister Dreßler erneuerte seine Bedenken gegen das Einführen. Diese würden die Parkplatznot nur verschärfen. Denn gegenwärtig werden die meisten Stellflächen optimal genutzt. Tagsüber stehen auf den Flächen die Autos der Pendler, die zum Arbeiten nach Glashütte kommen. Am Nachmittag werden diese Flächen dann für die Anwohner frei, die keine Garage oder keinen eigenen Stellplatz haben.

Vorschlag IV: Bestehende Parkordnung wird besser kontrolliert

Andere Bürger schlugen vor, den Druck auf die Pendler zu erhöhen, damit diese das Parkhaus oder den öffentlichen Nahverkehr nutzen. So sollte die Einhaltung der Parkregeln stärker kontrolliert werden, vor allem auf den zeitbegrenzten Stellflächen an der Uhrenmeile. Diese werden tagsüber dauerhaft belegt, weil die Autofahrer die Parkuhren nach zwei Stunden weiterdrehen. Laut Straßenverkehrsordnung ist das nicht zulässig. Zu diesem Vorschlag der Bürger hat sich Bürgermeister Dreßler nicht geäußert.

Vorschlag V: Lange-Parkhaus wird für andere Autofahrer geöffnet

Es gibt kaum ein Gebäude, das so genau beobachtet wird, wie das Parkhaus der Uhrenfirma Lange. Günter Weidenmüller, der am Berg wohnt und einen guten Blick auf die Hochgarage hat, erklärte, dass das oberste Deck, auf dem es zwischen 40 und 50 Stellplätze gibt, fast immer leer sei. Er plädierte dafür, dass die Stadt sich bemühen sollte, Lange dazu zu bewegen, seine eigenen Mitarbeiter dazu zu bringen, das Parkhaus zu nutzen oder es für die Mitarbeiter anderer Firmen zu öffnen. Dreßler kündigte an, diese Vorschläge der Firma Lange zu übermitteln.

Vorschlag VI: Öffentlicher Nahverkehr wird weiter verbessert

Einige Bürger sind davon überzeugt, dass der Nahverkehr noch besser werden müsste, um Pendler zum Umsteigen zu bewegen. Bürgermeister Dreßler sagte, dass sich in den letzten Jahren schon viel getan habe. Er verwies auf die Busse, die ergänzend zur Müglitztalbahn zwischen der Uhrenstadt und Heidenau pendeln. Seit einigen Monaten gibt es auch einen Direktzug, der Glashütte mit Dresden verbindet. Trotz dieser Erfolge versprach Dreßler, weiter im Kontakt zum Verkehrsverbund Oberelbe (VVO) zu bleiben, um die Bus- und Bahnverbindungen für Glashütte zu optimieren.