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Dippoldiswalde

Unwetter zerschlägt Mais und Getreide

Hagelkörner fielen Montagnacht in Reinhardtsgrimma und Bärenfels so groß wie Golfbälle, Regen wie aus Eimern. Aber die Schäden sind örtlich sehr verschieden.

Totalschaden auf dem Maisfeld. Rund 60 Hektar hat der Hagel bei Reinhardtsgrimma zerstört. Schlimm war das Unwetter auch im Raum Oberbärenburg. © Egbert Kamprath

Mit Sorgen haben sich die Landwirte am Dienstagmorgen ihre Felder angesehen. Johannes Putz, Pflanzenbauchef der Agrargesellschaft Ruppendorf, zu der auch die Agrargesellschaft Reinhardtsgrimma gehört, sah bei Reinhardtsgrimma Schäden, wie er sie in seinen 15 Berufsjahren noch nie erlebt hat. Eine Gewitterzelle hat im Raum zwischen Luchberg, Reinhardtsgrimma, Maxen und Glashütte schwerste Hagelschäden angerichtet. Rund 60 Hektar Mais muss der Betrieb als Totalschaden abschreiben. „Es hat die Pflanzen teilweise direkt an der Wurzel abgeschlagen. Da wächst nichts mehr“, stellt Putz fest. Er geht davon aus, dass der Betrieb noch einmal die Drillmaschine aus der Halle holen und eine neue Aussaat in die Erde bringen muss.

Es ist zwar schade um die Pflanzen, die jetzt schon an die 20 Zentimeter hoch waren. Neue Pflanzen erreichen nicht mehr die Höhe wie die bisherigen. Aber so lässt sich der Schaden wenigstens in Grenzen halten. Der Mais ist für den Einsatz in der Biogasanlage bestimmt.

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„Jetzt werden wir mit der Versicherung reden. Die wird in den nächsten Tagen ihre Schätzer schicken, die sich das ansehen. Dann steht auch die Höhe des Schadens fest“, sagt Putz. Von einem vierstelligen Betrag pro Hektar geht er aus. Neben dem Mais hat der Hagel bei Reinhardtsgrimma auch noch Weizen zerschlagen und in der Nähe von Hausdorf ein Gerstenfeld.

Der Hagel lag stellenweise sogar am Dienstag auf den Feldern, als die Temperaturen längst wieder sommerliches Niveau erreicht hatten.  © Egbert Kamprath

Auch dieses Mal zeigt sich, dass Hagelschäden oft in einem eng begrenzten Gebiet auftreten. Die Flächen der Agrargenossenschaft Reinholdshain, nur wenige Kilometer von Reinhardtsgrimma entfernt, blieben verschont, wie Klaus Köhler vom Vorstand berichtete.

Auch in anderen Orten, die zum Ruppendorfer Betrieb gehören, hat es zwar auch gehagelt, aber leichter und mit Regen vermischt, wie Johannes Putz in Ruppendorf und Friedersdorf beobachtet hat. Dadurch sind keine schweren Schäden entstanden.

Eine weitere Gewitterzelle ist aber etwas südlich durchgezogen. Im Raum Bärenfels und Oberbärenburg ist auch schwerer Hagel niedergegangen. Einwohner berichten von Dellen an Autos, die im Freien gestanden haben. „Die Blumen im Garten sind alle kaputt. Dachfenster eingeschlagen, auch Dachschiefer“, berichtet Kerstin Fischer aus Oberbärenburg. Es ist soviel Niederschlag gefallen, das an manchen Stellen am Dienstagvormittag noch das Eis lag, obwohl die Temperaturen schon wieder sommerlich warm waren.