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Dresden

Unzuverlässigkeit ist ein fatales Signal

Wer sich nicht sicher sein kann, dass seine Linie auch kommt, steigt ganz schnell aufs Auto um, kommentiert SZ-Redakteurin Kay Haufe. 

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Angesichts von 44.000 Bus- und Bahnfahrten pro Woche in Dresden scheint die Zahl 250 marginal. So viele Fahrten fielen zwischen dem 24. und 28. Juni aus. Doch betroffen waren davon deutlich mehr Fahrgäste. Manche im schlimmsten Fall sogar zwei- oder dreimal. Eine Wartezeit von zehn Minuten könnte man sicher noch verschmerzen, doch bei 20 oder 30 Minuten geht einiges im Nachgang schief. Da müssen Termine verschoben werden oder ganz ausfallen, kommen Betroffene zu wichtigen Verabredungen zu spät oder verpassen sogar Zuganschlüsse.

Was im Kopf hängen bleibt, ist Unzuverlässigkeit. Wer sich als Fahrgast nicht sicher sein kann, dass seine Linie auch kommt, steigt ganz schnell aufs Auto um. Jetzt zu sagen, er könne doch einen Bus eher nehmen, wäre überheblich. Gerade bei Familien mit Kindern, bei denen insbesondere früh jede Minute zählt, ist das nicht einfach so machbar.

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Niemand spricht den Verkehrsbetrieben ab, dass sie sich bemühen. Angesichts von teilweise alten Bussen ist es auch verständlich, dass die mal ausfallen. Jeder Bereich hat unter der Hitze gelitten. Aber das Problem mit fehlendem Fahrpersonal ist nicht ganz neu. Hier hätte eher gehandelt werden müssen.

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Zum anderen wäre es auch gut gewesen, offensiver über die Schwierigkeiten zu informieren statt erst auf Nachfrage. Das hätte vielleicht bei den Fahrgästen mehr Verständnis erzeugt. So hatte der Glück, dessen Haltestelle wenigstens eine elektronische Anzeigetafel hatte.