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Bautzen

Urteil nach sechseinhalb Jahren

Ein Pole soll 2013 einen Diebstahl begangen und in Bautzen mit dem Auto auf eine Polizistin zugerast sein. Nun stand er vor Gericht.

Die Verhandlung findet im Amtsgericht Bautzen statt.
Die Verhandlung findet im Amtsgericht Bautzen statt. © SZ/Uwe Soeder

Bautzen. Das Schöffengericht des Bautzener Amtsgerichts hat am Dienstag einen Mann zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Der polnische Staatsbürger soll im Juli 2013 an einem Diebstahl in der Oberlausitz beteiligt gewesen sein. Es ist nicht der einzige Vorwurf, für den er sich verantworten muss.

Gemeinsam mit einer anderen Person soll der Angeklagte in Görlitz Parfüm, Rasierer, einen Haarglätter und Kosmetika im Wert von etwa 1.600 Euro gestohlen haben. Gegen den anderen Mann wird gesondert vorgegangen. In Bautzen soll das Duo an einer Tankstelle Sprit gezapft haben – und fortgefahren sein, ohne zu zahlen. Als zwei Polizisten die beiden kontrollieren wollten, soll der Angeklagte auf die beiden zugefahren sein, sodass diese wegspringen mussten. Die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft: gemeinschaftlicher Diebstahl, Betrug, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte - und gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr.

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Vor Gericht gestand der Mann am Dienstag die meisten Taten. Uneinigkeit gab es aber bei einer Sache: Hat der Mann tatsächlich gefährlich in den Straßenverkehr eingegriffen? Ist er wirklich gefährlich auf die Beamten zugefahren?

Richter Dirk Hertle sah das nicht als erwiesen an. Der Mann habe das Fahrzeug nicht als Waffe gebraucht, sagte Hertle. Weil der Mann schon fünf Monate in Untersuchungshaft gesessen habe und auch bereits eine Auslieferungshaft aussitzen musste, verurteilte das Gericht den 32-Jährigen zu einer Bewährungsstrafe von neun Monaten.

Der Angeklagte verließ das Gericht als quasi freier Mann. Nur wenn er sich in der nächsten Zeit etwas zuschulden kommen lässt, muss er noch einmal einsitzen. „Er hat sich sogar bedankt“, sagt der Vorsitzende des Schöffengerichts, Dirk Hertle. „Der Fall zeigt: Der Rechtsstaat hat einen langen Atem.“ 

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