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Deutschland & Welt

Uruguay will Reichsadler-Verkauf stoppen

1939 versank das deutsche Kriegsschiff "Admiral Graf Spee" im Río de la Plate. Der Heckadler mit Hakenkreuz sorgt nun in Montevideo und Berlin für Unruhe.

Der Reichsadler wurde im Jahr 2006 von einem uruguayischen Unternehmer geborgen und war seitdem in Gewahrsam der uruguayischen Kriegsmarine. Nun ordnete ein Gericht den Verkauf der Bronzeskulptur an. © Marcelo Hernandez/AP/dpa

Montevideo. Uruguays Regierung will Berufung gegen den von Gericht angeordneten Verkauf des Heckadlers vom deutschen Kriegsschiff "Admiral Graf Spee" einlegen. Dies erklärte am Dienstag ein Sprecher des Verteidigungsministeriums der Deutschen Presse-Agentur. Der Reichsadler mit Eichenlaubkranz und Hakenkreuz des 1939 im Río de la Plate gesunkenen Panzerschiffs war 2006 von einem uruguayischen Unternehmer geborgen worden.

Die Justiz urteilte am Freitag, die Regierung solle innerhalb von 90 Tagen den Adler veräußern und den Erlös mit dem Bergungsteam teilen. Die Regierung beanstandete vor Gericht, der Unternehmer Alfredo Etchegaray habe nur Einzelstücke des Schiffs geborgen, aber nicht das gesamte Wrack ausgehoben, wie der Bergungsvertrag vorgeschrieben habe. Das Gericht wies dieses Argument ab und ordnete den Verkauf an. Die Berufungsinstanz könne rund sechs Monate brauchen, um ein neues Urteil zu fällen, schätzte Etchegaray auf Anfrage der dpa.

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Die Versenkung des Panzerschiffs war vom Kapitän Hans Langsdorff angeordnet worden, nachdem die "Admiral Graf Speee" im Zweiten Weltkrieg vor Uruguay im Río de la Plata von britischen Kriegsschiffen schwer beschädigt worden war.

Die Bundesregierung hatte einen Verkauf des 2,80 Meter hohen und 350 Kilogramm schweren Adlers auf dem freien Markt stets zu verhindern versucht. Sie will nicht, dass die Bronzeskulptur für die Verherrlichung der NS-Herrschaft missbraucht wird. Berlin würde den Reichsadler am liebsten in einem Museum sehen. Der Heckadler befindet sich in Gewahrsam der uruguayischen Kriegsmarine. (dpa)