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USA schicken Kriegsschiffe in den Golf

Mit brutalen Bildern von Hinrichtungen führt die Terrorgruppe Isis ihren Kampf im Irak auch im Internet. Die Aktion war gut geplant.

Bagdad/Washington. Der massive Vormarsch der Terrorgruppe Islamischer Staat im Irak und in Syrien (Isis) im Irak hat international Entsetzen und Besorgnis ausgelöst. Ziel der Aktion ist ein sunnitischer Gottesstaat vom östlichen Mittelmeer bis zum Persischen Golf. Isis kämpft gegen Schiiten, die sie als „Abweichler“ von der wahren Lehre des Islams ansieht. Viele Sunniten fühlen sich seit Jahren von der schiitisch dominierten Regierung in Bagdad diskriminiert. Deswegen fiel der Terrormiliz der Vormarsch zunächst leicht. Experten warnen vor einem Kollaps des Iraks – mit Erschütterungen weit über die Krisenregion Nahost hinaus.

Laut Medienberichten scheint sich Isis vor allem in der westirakischen Provinz Anbar und im Norden zwischen Mossul und Bagdad festgesetzt zu haben. Isis habe auf eine klassische Guerilla-Taktik im Irak verzichtet, berichtete die „New York Times“. Stattdessen hätten die Dschihadisten nach langer Vorbereitung eine Schneise ins Land getrieben. Mit der Kontrolle über die drei großen Autobahnen nördlich von Bagdad sei die Kurdenregion vom Rest des Iraks abgeschnitten, „das könnte das Land endgültig zersplittern“.

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Mit zahlreichen Videos und Fotos grausamer Exekutionen führen die Islamisten ihren Kampf auch im Internet. Nachdem die irakische Armee und kurdische Peschmerga-Soldaten den Vormarsch der Dschihadisten gebietsweise stoppen konnten, verbreitet Isis zunehmend Bilder ihrer Gräueltaten in sozialen Netzwerken. Dabei werden etwa Erschießungen und Auspeitschungen gezeigt.

Isis rückt seit Anfang der Woche auf Bagdad vor und brachte mehrere Städte unter ihre Kontrolle, darunter die nördliche Millionenstadt Mossul. Aus verschiedenen Richtungen wollen Isis-Kämpfer Bagdad umzingeln und in die Stadt vordringen. Nach UN-Angaben wurden bei Kämpfen in den vergangenen Tagen mehrere Hundert Zivilisten getötet und etwa 1 000 verletzt. Hunderttausende sind auf der Flucht.

Als Reaktion auf die Eskalation im Irak haben die USA Kriegsschiffe in den Persischen Golf entsandt. Damit solle Präsident Barack Obama zusätzliche Flexibilität für militärische Optionen erhalten, um das Leben von Amerikanern und Interessen im Irak zu schützen. Nach dem Irak-Krieg (2003-2011) hatte Obama zwar eine Rückkehr von US-Kampftruppen in das Land ausgeschlossen. Andere militärische Optionen hielt er sich aber offen. (dpa)