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Deutschland & Welt

Camper nach Bränden abgeschnitten

Ungewöhnlich früh wüten in diesem Jahr in Kalifornien die gefürchteten Wald- und Buschbrände. Für einige Camper in den Bergen wird es gefährlich.

Eine Familie beobachtet vom Ufer des Shaver Lake aus den aufsteigenden Rauch eines Waldbrandes.
Eine Familie beobachtet vom Ufer des Shaver Lake aus den aufsteigenden Rauch eines Waldbrandes. © Eric Paul Zamora/The Fresno Bee/AP/dpa

San Francisco.  Im US-Bundesstaat Kalifornien hat sich die Lage drei Wochen nach dem Ausbruch zahlreicher Waldbrände zugespitzt. Auf einem Campingplatz in einem Nationalpark der Sierra Nevada östlich von San Francisco waren laut Medienberichten seit Samstag rund 1.000 Menschen von der Umgebung abgeschnitten. Die einzige Zugangsstraße war wegen eines Feuers nicht passierbar. Einsatzkräfte der Feuerwehr und Rettungsflugzeuge bemühten sich demnach, sich Zugang zu der Gegend zu verschaffen.

Sechs Menschen mit Brandverletzungen wurden während der Brände in der Region in ein Krankenhaus gebracht, wie "The Fresno Bee" berichtete. 65 Menschen bekamen im Flughafen Fresno Yosemite eine Behandlung. Die von den Flammen bedrohten Camper seien angewiesen, sich zur Not in das Wasser des Mammoth Pool Reservoirs zu retten, berichtete "The Fresno Bee" unter Berufung auf einen Sprecher des Nationalparks. Das Feuer im Sierra National Forest südlich des Yosemite-Nationalparks war laut CNN am Freitagabend ausgebrochen und erreichte schon am Samstagabend eine Ausdehnung von knapp 15.000 Hektar.

USA, Huntington Lake: Rauch steigt bei einem Waldbrand hinter dem Huntington Lake auf.
USA, Huntington Lake: Rauch steigt bei einem Waldbrand hinter dem Huntington Lake auf. © Eric Paul Zamora/The Fresno Bee/AP/dpa

In ganz Kalifornien waren laut einem Lagebericht der Feuerwehr von Samstag zuletzt knapp 12.500 Einsatzkräfte damit beschäftigt, 22 größere Brände einzudämmen. Seit den Blitzeinschlägen, die Mitte August die ersten Brände ausgelöst hatten, seien mehr als 900 Feuer ausgebrochen, hieß es.

Gut 6.000 Quadratkilometer Land seien abgebrannt. Das entspricht mehr als der doppelten Fläche Luxemburgs. Mindestens acht Menschen seien bisher ums Leben gekommen. Knapp 3.300 Gebäude wurden den Angaben zufolge zerstört. Noch immer könnten mehr als 10.500 Menschen nicht in ihre Häuser und Wohnungen zurückkehren. Die beiden größten Brände wüteten zuletzt nahe der Metropole San Francisco.

USA, Yucaipa: Ein Feuerwehrmann löscht ein Feuer.
USA, Yucaipa: Ein Feuerwehrmann löscht ein Feuer. © Ringo H.W. Chiu/AP/dpa

Die Feuerwehr rief die Anwohner der betroffenen Regionen im Bundesstaat auf, wegen der steigenden Temperaturen an diesem langen Feiertagswochenende, möglichst wenig Zeit draußen zu verbringen. Es wurde vor Temperaturen bis 100 Grad Fahrenheit (37,7 Grad Celsius) gewarnt. Unter den derzeitigen Wetterbedingungen könnten leicht neue Brände auflodern. Am Montag wird in den USA der Labor Day, ein Gedenktag der Arbeiterbewegung, gefeiert.

Kalifornien wird immer wieder von schweren Waldbränden heimgesucht. Gewöhnlich brechen diese aber erst im Herbst aus. Nordkalifornien wurde in diesem Jahr besonders früh erwischt. Gouverneur Gavin Newsom rief wegen der "historischen Waldbrände" schon Mitte August den Notstand aus. (dpa)

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