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Mach mich bitte berühmt!

Ein aufstrebender Fotograf schießt im Jahr 1962 intime Fotos von Marilyn Monroe und bringt diese jetzt zusammen mit seinen Erinnerungen heraus.

Dem Fotografen war zuvor klar:
Die besten Fotos von Marilyn Monroe würde er während des Drehs am Pool machen können.
Dem Fotografen war zuvor klar: Die besten Fotos von Marilyn Monroe würde er während des Drehs am Pool machen können. © Lawrence Schiller/Taschen & Steven Kasher Gallery

Die Rollenverteilung war so offensichtlich, dass sie prompt zu einer gewagten Idee führt: „Sie sind schon berühmt. Jetzt müssen Sie mich berühmt machen!“ Lawrence Schiller, damals gerade 25, traf 1962 auf Hollywood-Star Marilyn Monroe.

Der Fotograf wollte nicht einfach nur einen guten Job machen, er witterte seine große Chance. Und obwohl ihn die Diva mit den Worten „Seien Sie nicht so eingebildet. Fotografen sind leicht zu ersetzen“ scheinbar abtropfen ließ, verhalf sie ihm schließlich doch zu den Bildern seines Lebens. Diese veröffentlichte Schiller jetzt größtenteils erstmals und zusammen mit seinen Erinnerungen an die Begegnungen mit Marilyn Monroe in einem prächtigen Band.

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Marilyn Monroe 1962 in einer der legendären Pool-Szenen.
Marilyn Monroe 1962 in einer der legendären Pool-Szenen. © Lawrence Schiller/Taschen & Steven Kasher Gallery

Am Set zur Komödie „Something’s Got to Give“ war Schiller dabei, als die für viel mediale Vorab-Aufregung sorgenden Nacktszenen am Pool gedreht wurden. Zunächst sei sie in einem „fleischfarbenen zweiteiligen Badeanzug“ ins Wasser gehüpft. „Plötzlich schwamm Marilyn wieder an den Beckenrand, und diesmal hatte sie keinen Büstenhalter an, sondern nur ihr Höschen, das sie wie einen Tanga aufgerollt hatte“, erinnert sich Schiller. Nach einem Gang in die Garderobe kam sie zurück, legte ihren blauen Bademantel ab und glitt ins Wasser, wobei sie ihren Körper verbarg. „Als sie nach ein paar Augenblicken wieder auftauchte, konnte ich sehen, dass ihr Höschen verschwunden war. Sie hatte es getan! Und sie genoss es. Es machte ihr Spaß!“

Marilyn Monroe am Set zum unvollendet gebliebenen Film „Something’s Got to Give“.
Marilyn Monroe am Set zum unvollendet gebliebenen Film „Something’s Got to Give“. © Lawrence Schiller/Taschen & Steven Kasher Gallery

Im Buch sind nun neben großformatigen Aufnahmen der Pool-Szenerie auch Schnappschüsse und die Kontaktbögen zu sehen, auf denen die Diva mit einem roten Stift ihre Auswahl markiert hatte.Schiller bekam für eines der Fotos zum ersten Mal den Titel des Magazins Life, machte später zudem Karriere als Autor und Regisseur.

Marilyn Monroe nackt am Pool.
Marilyn Monroe nackt am Pool. © Lawrence Schiller/Taschen & Steven Kasher Gallery

Für die Diva hingegen ging es tragisch weiter: Sie starb am 4. August unter bis heute nicht vollständig geklärten Umständen an einer Überdosis Schlafmittel; der Film mit den Pool-Szenen blieb unvollendet. Der Mythos Marilyn Monroe hält sich jedoch bis heute. Auch Schillers Buch lebt davon, ist aber nie reißerisch, sondern zugleich nah wie zutiefst respektvoll.

Das Buch: Lawrence Schiller: Marilyn & Me. Hardcover, 23,2 x 31,6 cm, 1,85 kg, 200 Seiten, 50 Euro www.taschen.com

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