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Schwarzer tot - US-Polizistin angeklagt

Nach dem Tod eines Afroamerikaners bei einem Einsatz in Minnesota wird die schießende Polizistin angeklagt, wegen Totschlags. Ihr drohen zehn Jahre Haft.

Eine Demonstrantin wird von der Polizei während eines Protests gegen Polizeigewalt in Brooklyn Center festgenommen.
Eine Demonstrantin wird von der Polizei während eines Protests gegen Polizeigewalt in Brooklyn Center festgenommen. © John Minchillo/AP/dpa

Minneapolis. Nach der Tötung des Afroamerikaners Daunte Wright bei einem Polizeieinsatz wirft die Staatsanwaltschaft der verantwortlichen Beamtin US-Medienberichten zufolge Totschlag zweiten Grades vor. Das habe der zuständige Staatsanwalt im Bezirk Washington im US-Bundesstaat Minnesota am Mittwoch entschieden, berichteten unter anderem der Sender CNN und die Zeitung "New York Times".

Der weißen Ex-Polizistin Kim Potter könnten damit bis zu zehn Jahre Haft und eine Geldstrafe drohen. Totschlag zweiten Grades setzt "schuldhafte Fahrlässigkeit" voraus. Potter hatte am Dienstag wegen des tödlichen Vorfalls ihre Kündigung eingereicht.

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In der Stadt Brooklyn Center nördlich von Minneapolis war es nach dem Tod des Schwarzen am Sonntag wiederholt zu Protesten und auch Ausschreitungen gekommen. Der 20-jährige Wright war laut Autopsie infolge eines Schusses in den Brustbereich gestorben.

Ein Demonstrant diskutiert vor dem Hauptquartier des Brooklyn Center Police Departments mit Polizisten. Breonna Taylor, George Floyd - und nun auch Daunte Wright: Die Liste der von der Polizei in den USA getöteten Schwarzen ist erneut länger, die Debatte
Ein Demonstrant diskutiert vor dem Hauptquartier des Brooklyn Center Police Departments mit Polizisten. Breonna Taylor, George Floyd - und nun auch Daunte Wright: Die Liste der von der Polizei in den USA getöteten Schwarzen ist erneut länger, die Debatte © -/Zuma Press/dpa

Der inzwischen zurückgetretene Polizeichef Tim Gannon hatte am Montag erklärt, er gehe davon aus, dass Potter den 20-Jährigen bei einer Verkehrskontrolle versehentlich angeschossen habe. Nach ersten Erkenntnissen habe sie statt eines Elektroschockers (Taser) irrtümlich ihre Pistole gezogen, sagte er.

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Die Polizisten kontrollierten Wright am Sonntag, weil die Zulassung seines Wagens abgelaufen war, wie es hieß. Dabei hätten sie festgestellt, dass ein Haftbefehl gegen den unbewaffneten Mann bestand, und ihn festnehmen wollen. Ein Video zeigt, wie sich Wright aus dem Griff der Beamten löst und wieder in sein Auto steigt. Eine Polizistin ruft daraufhin "Taser, Taser, Taser" - hat aber eine Pistole in ihrer Hand. Daraufhin ist ein Schuss zu hören. (dpa)

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