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Politik

Trump begeistert rechte Gruppierung

Beim TV-Duell gegen Joe Biden weigerte sich der US-Präsident, rechtsradikale Gruppen zu verurteilen. Die Proud Boys jubeln.

Donald Trump, Präsident der USA, gestikuliert während der ersten Präsidentschaftsdebatte.
Donald Trump, Präsident der USA, gestikuliert während der ersten Präsidentschaftsdebatte. © Julio Cortez/AP/dpa

Washington. US-Präsident Donald Trump hat mit Aussagen über eine rechte Gruppierung namens Proud Boys einem Medienbericht zufolge Begeisterung unter deren Anhängern ausgelöst. Die "New York Times" berichtete am Mittwoch, in privaten Kanälen auf sozialen Medien hätten Proud-Boys-Anhänger Trumps Kommentar als "historisch" gefeiert. In einem Kanal hätten Mitglieder der Gruppe die Aussage des Präsidenten als stillschweigende Billigung ihrer gewalttätigen Taktiken gewertet. In einer weiteren Nachricht heiße es, die Gruppe sehe bereits eine Zunahme der Zahl "neuer Rekruten".

Mitglieder der rechtsextremistischen Proud Boys und andere rechte Demonstranten bei einer Kundgebung in Portland.
Mitglieder der rechtsextremistischen Proud Boys und andere rechte Demonstranten bei einer Kundgebung in Portland. © Allison Dinner/AP/dpa

Trump hatte sich am Dienstagabend in der TV-Debatte mit seinem Herausforderer Joe Biden vor der Präsidentschaftswahl geweigert, rechtsradikale Gruppen zu verurteilen. "Wen soll ich verurteilen?", fragte er Moderator Chris Wallace. "Proud Boys - haltet euch zurück und haltet euch bereit", sagte Trump danach ("stand down and stand by"). Trumps Sohn Donald Trump Jr. sagte im Sender CBS, dass sein Vater sich wohl versprochen habe. Die "New York Times" zitierte Präsidentenberater Jason Miller, der sagte, Trump habe deutlich gemacht, dass die Proud Boys Gewalt beenden sollten.

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Die Bürgerrechtsorganisation ADL stuft die Proud Boys als unkonventionelle Strömung im rechten amerikanischen Extremismus ein. Die Gruppe könne unter anderem als gewalttätig, nationalistisch und islamophob beschrieben werden, heißt es auf der Seite der ADL. Ihre Anführer wiesen Rassismusvorwürfe aber zurück. Es sei bekannt, dass Mitglieder gewalttätige Taktiken anwenden. Mehrere Mitglieder seien wegen Gewaltverbrechen verurteilt worden. (dpa)

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