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Deutschland & Welt

14 weitere Leichen in Florida gefunden

Nach dem Einsturz eines Wohnhauses in Florida werden noch weitere Tote geborgen. Darunter sind auch Verwandte des Präsidenten Paraguays.

Menschen trauern an der Gedenkwand für die Opfer des Einsturzes der Champlain Towers South in Surfside.
Menschen trauern an der Gedenkwand für die Opfer des Einsturzes der Champlain Towers South in Surfside. © Pedro Portal/Miami Herald via AP/dpa

Miami. Einsatzkräfte haben in den Trümmern des im US-Bundesstaat Florida eingestürzten Wohnhauses 14 weitere Leichen entdeckt. Damit steige die offizielle Zahl der Toten auf 78, sagte die Bürgermeisterin von Miami-Dade, Daniella Levine Cava am Freitagmittag (Ortszeit). "Das ist eine erschütternde und herzzerreißende Zahl, die uns alle sehr, sehr tief trifft." Es werden immer noch Dutzende Menschen vermisst. Der Wohnkomplex mit rund 130 Einheiten war am 24. Juni in Surfside bei Miami aus noch ungeklärten Gründen teilweise eingestürzt. Die Behörden gehen davon aus, in der Ruine keine Überlebenden mehr zu finden. Mittlerweile wurde die Rettungs- in eine Bergungsaktion umgewandelt.

Auch drei Verwandte des Präsidenten von Paraguay, Mario Abdo Benítez, wurden tot aus den Trümmern geborgen. Es handele sich um seine Schwägerin, Sophia López Moreira, ihren Ehemann und eines ihrer gemeinsamen Kinder, meldete der paraguayische Sender Radio Ñandutí auf Twitter. Sophia López Moreira ist die Schwester der First Lady von Paraguay, Silvana López Moreira.

Kurz nach dem Einsturz hatten Einsatzteams zunächst mehrere Dutzend Menschen retten können. In den vergangenen Tagen verkündeten die Behörden jedoch nur noch düstere Nachrichten. Befürchtet wird, dass die Zahl der Toten angesichts der vielen Vermissten noch deutlich steigt. Die offizielle Zahl der Toten liegt nun bei 60. Rund 80 Menschen gelten aber immer noch vermisst.

Bagger graben sich durch die Trümmer der Champlain Towers South in Surfside. Zwei Wochen nach dem dramatischen Einsturz eines Wohnhauses bei Miami besteht für die Behörden so gut wie keine Hoffnung mehr, noch Überlebende in den Trümmern zu finden.
Bagger graben sich durch die Trümmer der Champlain Towers South in Surfside. Zwei Wochen nach dem dramatischen Einsturz eines Wohnhauses bei Miami besteht für die Behörden so gut wie keine Hoffnung mehr, noch Überlebende in den Trümmern zu finden. © Pedro Portal/Miami Herald via AP/dpa

Die Retter waren in den vergangenen Wochen mit zahlreichen Hindernissen konfrontiert gewesen. Da das Wohnhaus nur zum Teil eingestürzt war, drohte ein noch stehender Gebäudeteil umzustürzen. Dieser wurde am Sonntagabend gezielt gesprengt. Schließlich musste der Einsatz zuletzt immer wieder kurz unterbrochen werden, weil Ausläufer des Tropensturms "Elsa" Gewitter und heftigen Wind mit sich brachten.

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Die Ursache für die furchtbare Katastrophe war weiterhin unklar. Trümmerteile wurden in eine bestimmte Lagerhalle geschafft und dort von Expertinnen und Experten untersucht. Die Behörden schauen sich außerdem das Schwestergebäude des eingestürzten Champlain South Tower genauer an - den Champlain North Tower. Dieser sei von derselben Baufirma zur gleichen Zeit gebaut worden - nach denselben Plänen. (dpa)

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