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Deutschland & Welt

Vater von Britney Spears will als Vormund zurücktreten

Seit 2008 steht Britney Spears unter der Vormundschaft ihres Vaters - seit Monaten kämpft sie dagegen an. Unterstützt wird sie von Fans. Hat es geholfen?

Jamie Spears, Vater und Vormund der Sängerin Britney Spears.
Jamie Spears, Vater und Vormund der Sängerin Britney Spears. © dpa

Los Angeles. Jamie Spears, der Vater von Popsängerin Britney Spears (39), hat in einer Gerichtserklärung seinen Rücktritt als Vormund in Aussicht gestellt. Zum richtigen Zeitpunkt werde er dies tun, heißt es in dem am Donnerstag (Ortszeit) beim Superior Court in Los Angeles eingereichten Dokument, das von US-Medien veröffentlicht wurde. Die Anwälte des 69-Jährigen führen darin weiter aus, dass ein "ordnungsgemäßer Übergang" zur Einsetzung eines neuen Vormunds Bedingung sei. Britneys Unterstützer jubeln.

Auch der Anwalt von Britney Spears, Mathew Rosengart, wertete die Entwicklung als großen Sieg für seine Mandantin. Jamie Spears solle allerdings sofort als Vormund abtreten, sagte er in einer Mitteilung, die vom Branchenblatt "Variety" veröffentlicht wurde.

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Rosengart hatte im Juli vor Gericht die Ablösung ihres Vaters als Vormund der berühmten Tochter beantragt. Er hielt Jamie Spears am Donnerstag laut Mitteilung "beschämende und verwerfliche Angriffe" auf Britney vor. Sie wollten weiterhin prüfen, ob sich der Vater als Vormund in den vergangen Jahren unrechtmäßig am Vermögen seiner Tochter bereichert habe, stellte Rosengart in Aussicht.

Ein Britney Spears-Fan hält eine "Free Britney"-Flagge hoch.
Ein Britney Spears-Fan hält eine "Free Britney"-Flagge hoch. © dpa

Die Anwälte von Jamie Spears betonten dagegen, dass der Vater von Anfang an im besten Interesse der Tochter gehandelt habe. Es gäbe keine eigentlichen Gründe, Spears als Vormund zu entfernen, heißt es in den Gerichtsunterlagen. Er sei aber zur Zielscheibe "ungerechtfertigter" Angriffe geworden und wolle einen öffentlichen Kampf mit seiner Tochter um die Vormundschaft vermeiden.

Die Sängerin steht seit 2008 unter der Vormundschaft ihres Vaters, nachdem sie wegen privater und beruflicher Probleme psychisch zusammengebrochen war. Zunächst verwaltete Jamie Spears das Vermögen und private Anliegen seiner Tochter. 2019 trat er kürzer, blieb aber für die Finanzen zuständig. Um die persönlichen Belange der Sängerin, darunter medizinische Anliegen, kümmert sich als Mit-Vormund Jodi Montgomery.

Unterstützer reagierten euphorisch auf die überraschende Entwicklung. Reality-Star Paris Hilton (40), seit langem mit Spears befreundet, zeigte sich begeistert: Sie sei "so happy", schrieb die 40-Jährige auf Twitter. "Das war so lange überfällig." Sie sei froh, "dass Britney auf dem Weg ist, endlich frei zu sein". Ihren Tweet versah Hilton mit dem bekannten Hashstag "#FreeBritney" und dem Link zu einem Bericht in der "New York Times". Zahlreiche Fans der Sängerin feierten die Neuigkeiten in den sozialen Netzwerken.

Britney Spears selbst postete auf Instagram ohne weiteren Kommentar ein gemaltes Bild, das eine Frau von hinten zeigt. Sie trägt Blumen im Haar, ein Schmetterling fliegt über ihre Schulter. Ein User kommentierte das Bild mit den Worten "Wir sind einen Schritt weiter auf dem Weg zu deiner Freiheit". Ein weiterer kommentierte bereits: "Sie ist frei".

Bei zwei Gerichtsanhörungen im Juni und Juli hatte die Sängerin in emotionalen Ansprachen ihren Vater heftig angegriffen und Vorwürfe gegen ihre Familie, Betreuer und Anwälte erhoben. Sie fühle sich von ihrer Familie und von Managern ausgenutzt. Sie werde von allen kontrolliert und könne selbst nicht über ihr Leben bestimmen, erklärte die Sängerin von Hits wie "Oops!...I Did It Again" oder "Baby One More Time". Sie sei bedroht worden und habe große Angst vor ihrem Vater. Stellenweise brach der Popstar dabei in Schluchzen aus.

Mitte Juli hatte das Gericht der 39-Jährigen erlaubt, ihren eigenen Anwalt zu bestimmen. Als ihr neuer Vertreter beantragte Rosengart umgehend die Ablösung des Vaters als Vormund. Laut Petition soll Jamie Spears durch einen vorläufigen Vormund - den zertifizierten Rechnungsprüfer Jason Rubin - ersetzt werden. Die nächste Anhörung in dem Gerichtsstreit ist für Ende September angesetzt.

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