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Valtenberg-Wirt trotzt Widrigkeiten

Seit fünf Jahren betreibt Andreas Hübner die Baude bei Neukirch. Leicht ist das nicht. Trotzdem hat er noch viel vor.

© Steffen Unger

Von Katja Schäfer

Neukirch. Zweimal nein. So fällt die Bilanz von Andreas Hübner nach fünf Jahren als Wirt der Valtenberg-Baude aus. Das erste Nein ist seine Antwort auf die Frage, ob er diese Aufgabe wieder übernehmen würde, wenn er noch mal vor der Wahl stünde. Das Zweite spricht er voller Inbrunst aus, wenn es darum geht, ob er ans Aufhören denkt. „Nein! Auf gar keinen Fall. Wir halten durch“, sagt der 56-Jährige. Birgit Weber bekräftigt das mit einem heftigen Nicken.

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Die beiden, die privat und beruflich ein Paar sind, lieben die Arbeit auf dem Valtenberg in Neukirch, obwohl sie schwierig ist. „Es ist ein ständiges Auf und Ab. An manchen Tagen kommt gar niemand. An Feiertagen sind wiederum alle Leute unterwegs, und wenn sie dann bei uns anstehen müssen, um einen Platz zu bekommen, regen sich viele auf“, fasst Andreas Hübner seine Erfahrungen zusammen.

Das größte Problem sei, dass die Baude nicht per Auto erreichbar ist. Nur das Wirtspaar, Lieferanten und Gäste mit einer Sondergenehmigung – die Andreas Hübner auch telefonisch erteilen kann – dürfen bis zum Berggipfel fahren. „Das wussten wir zwar, als wir die Baude übernommen haben. Aber wir hatten gehofft, dass trotzdem viele Gäste kommen“, sagt der Mittfünfziger, der die Gaststätte von der Gemeinde Neukirch gepachtet hat. Die Arbeit teilt er sich mit seiner Partnerin. Er nimmt die Bestellungen auf und serviert Speisen und Getränke, sie kocht, brät und bäckt. Nur wenn Hochbetrieb herrscht, lassen sich die beiden von Aushilfen unterstützen.

Mittwochs kommen Stammgäste

Der Mittwoch ist beiden der liebste Tag der Woche. Denn da können sie sich auf Stammgäste verlassen. Das ganze Jahr über kommt mittags eine größere Gruppe älterer Frauen und Männer. Die Rentner essen zusammen, quatschen in aller Ruhe und trinken das eine oder andere Glas. „Sie bleiben etwa drei Stunden“, freut sich der Wirt. Von Mai bis Oktober macht an den Mittwochabenden zudem eine größere Truppe Mountainbiker Rast in der Baude auf dem Valtenberg. Sie kommt bei jedem Wetter; wenn es zu stark regnet, zu Fuß.

Obwohl klar ist, dass die Straße zum Gipfel trotzdem nicht für jedermann freigegeben werden soll, freut sich Andreas Hübner darüber, dass die Gemeinde Neukirch sie Stück für Stück in Ordnung bringt. Schließlich fahren er und seine Partnerin an jedem Öffnungstag zur Baude und zurück. „Wichtig sind die Arbeiten auch dafür, dass die Lieferfahrzeuge gut hoch- und runterkommen“, sagt Andreas Hübner. Froh ist er ebenso darüber, dass man vom Turm jetzt wieder eine viel bessere Aussicht hat. In Richtung Neukirch und Bautzen wurden schon etliche Bäume verschnitten. In Richtung Jeschken und Lausche sollen weitere folgen.

Das 25 Meter hohe Bauwerk, dessen Aussichtsplattform über 119 Stufen zu erreichen ist, hat demnächst 160-jähriges Jubiläum. Aus diesem Anlass bereiten der Kulturförderverein „Neukircher Heimat“, das Wirtspaar und weitere Partner für den 23. bis 26. Juni ein Fest vor. An diesem Wochenende kommen Gäste bequemer als sonst auf den Valtenberg. Denn zwischen dem Wanderparkplatz an der Karl-Berger-Straße in Neukirch und der Baude werden dann große Taxis pendeln.

Auch mit anderen Aktivitäten wollen Andreas Hübner und Birgit Weber künftig noch mehr Gäste anlocken. Unter anderem wird es am 5. Juni ein Pfingstkonzert geben, am 11. November einen Baudenabend mit der Band Gellis aus Löbau, am 11. und 12. November ein Wild-Wochenende und am 10. Dezember einen Adventsbrunch. „Solche Aktionen kommen immer ganz gut an“, ist der Wirt zufrieden.

Alles wird frisch gekocht

Die Wünsche der Baudenbetreiber für die Zukunft sind bescheiden. „Es wäre schön, wenn mehr Wanderer, die auf den Gipfel kommen, bei uns einkehren würden, anstatt ihr Proviant vor der Baude zu verzehren“, sagt Andreas Hübner. Seine Partnerin wünscht sich, dass Besucher etwas Zeit mitbringen. „Wir machen alles selber und kochen stets frisch. Das dauert manchmal ein bisschen länger“, sagt sie. Besonders beliebt bei den Valtenberg-Besuchern sind das Bauernfrühstück und die süß-sauren Linsen. Bei den Kuchen, die Birgit Weber oft in der heimischen Küche bäckt, gehören der Mohn-Schmand-Kuchen und die Eierschecke zu den Rennern. „Auch die Quarkkeulchen werden immer gern genommen“, berichtet sie.

Geöffnet ist die Baude auf dem Valtenberg von 10 bis 17 Uhr, von Mai bis Oktober mittwochs bis 20 Uhr. Montag und Freitag ist – außer an Feiertagen – Ruhetag.