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Vandalismus macht Probleme

Die Kreisstraßenbehörde zeigt Vorfälle konsequent an. Und auch beim Straßenbau läuft nicht alles wie geplant.

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© André Braun

Von Tina Soltysiak

Döbeln. Mit blinder Zerstörungswut haben Unbekannte zwei Verkehrsspiegel an der Straße zwischen Roßwein und Gleisberg zertrümmert. Sie dienen der Sicherheit. Kraftfahrern, die vom Erzweg aus auf die Äußere Wehrstraße einbiegen wollen, soll der Spiegel Einsicht in den Kurvenbereich der Hauptstraße geben. Das ist momentan nicht beziehungsweise nur bedingt möglich. Dieser konkrete Fall sei Claudia Richter, Fachbereichsleiterin Kreisstraßenbau im Landratsamt, bisher nicht bekannt, sagte sie am Mittwoch.

„Jeglichen Vandalismus bringen wir zur Anzeige. Meist kann kein Täter ermittelt werden. Aber wir sind da konsequent“, sagte sie. Die Fälle, die der Polizei gemeldet werden müssen, würden zunehmen. „Vor allem Graffiti an Beschilderungen und Verkehrszeichen werden mehr“, sagte sie. Das Landratsamt verwende spezielle Folien oder Beschichtungen, auf denen die Sprühfarbe nicht haftet. Allerdings sei dieser Einsatz noch nicht im gesamten Kreisgebiet möglich. Schließlich sind damit Kosten verbunden.

Am häufigsten würden die Folgen von Vandalismus von den Mitarbeitern der Straßenaufsicht des Landratsamtes entdeckt. „Sie fahren zwei Mal pro Woche alle Straßen ab“, erklärte Claudia Richter. Bevor ein neues Schild beziehungsweise ein neuer Verkehrsspiegel aufgestellt werden, erfolge eine Prüfung, ob es an dieser Stelle noch erforderlich ist. Denn ein Spiegel kostet durchaus mehrere Hundert Euro.

Landesdirektion verhindert Bau

Nicht nur Vandalen bereiten der Straßenbaubehörde Sorgen, sondern auch Baufirmen sowie andere Behörden. Seit mehr als zehn Jahren ist der Ausbau des Knotenpunktes in Marbach, an dem sich beim Rosental die Staats- und die Kreisstraße treffen, geplant. „Eigentlich ist alles fertig, wir hätten mit dem Bau beginnen können“, so Claudia Richter. Allerdings hat die Landesdirektion Sachsen (LDS) interveniert. „Es ist eine Bachverrohung durch eine Deponie erforderlich. Die Landesdirektion hat der Umweltbehörde allerdings keine Fördermittel gewährt“, erklärte sie. Weil diese Maßnahme sehr komplex sei – außer der Bachverrohung entstehen zwei Knotenpunkte sowie eine Brücke – könne der Bau ohne diese Fördermittelzusage nicht beginnen, da ein Abschnitt den anderen bedingen würde. Zu den Vorbehalten, die die LDS gegenüber der Umweltbehörde hat, werde sich das Landratsamt aufgrund der laufenden Gespräche nicht detailliert äußern, sagte Kreissprecher André Kaiser auf DA-Nachfrage. Es sei aktuell nicht absehbar, wann der Ausbau beginnen kann. Der Eigenanteil des Landkreises an den Baukosten ist mit 212 000 Euro veranschlagt.

Weil kein Fördergeld gezahlt wird, müssen zwei weitere Vorhaben verschoben werden: die Sanierung der Ortsstraße von Kiebitz (DA berichtete) sowie die der Kreisstraße 8294 in Geringswalde. Im Fall Geringswalde rechnet Claudia Richter damit, dass dennoch im Frühjahr begonnen werden kann. „Wir stellen einen neuen Fördermittelantrag. Wenn der positiv ausfällt, haben wir den großen Vorteil, dass die Planungen bereits alle abgestimmt sind“, erklärte sie. Aus eigener Tasche könnte der Landkreis die Maßnahmen nicht finanzieren. Dafür seien sie mit einem Eigenanteil von einer Million für Kiebitz beziehungsweise 750 000 Euro zu teuer.

150 000 Euro günstiger

Doch es gibt laut Claudia Richter auch erfreuliche Tatsachen: „Die Sanierung der Lorenzstraße in Marbach ist gegenüber der Kostenschätzung 150 000 Euro günstiger geworden.“ Ein entsprechendes Angebot der Baufirma, sowie die Witterungsverhältnisse hätten dazu beigetragen. Ein Teil des Fördergeldes muss an den Freistaat zurückgezahlt werden. „Entsprechend hat sich aber auch der Eigenanteil des Landkreises verringert. Das Geld können wir dann an anderer Stelle investieren“, ergänzte sie.

Die Bauarbeiten im Kreuzungsbereich B 169/K 7515 bei Zschaitz beginnen planmäßig im Oktober. „Nächste Woche ist die Bauanlaufberatung. Danach könnte es losgehen. Aber wir möchten eine Sperrung über den Feiertag vermeiden“, sagte Claudia Richter. Deshalb startet die Fahrbahninstandsetzung am Dienstag, 4. Oktober. Die Kosten belaufen sich auf 300 000 Euro.

In Lauenhain haben die Arbeiten kürzlich mit dem Einrichten der Baustelle begonnen. „Bis Ende der Woche wird die Umleitungsstrecke ertüchtigt, indem Ausweichstellen angelegt werden“, so Claudia Richter. Danach beginnt der Straßenbau.