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Vater der Kottmarschanzen verstorben

© Sammlung Bernd Dreßler

Werner Bartsch ist Anfang des Monats gestorben. Nicht nur rund um den Kottmar ist er für seine Verdienste im Skisport bekannt gewesen.

Von Romy Altmann-Kühr

Kottmar. In den letzten Jahren konnte Werner Bartsch nur noch selten auf seinen geliebten Kottmar, zu den Sprungschanzen. Leider ging es ihm gesundheitlich nicht mehr gut. Nur zu größeren Feierlichkeiten bei seinem Verein, dem Skiclub Kottmar, nahm er den Weg noch auf sich. Dabei war Werner Bartsch jahrzehntelang vom Berg und den Sprungschanzen gar nicht wegzudenken. Am 5. Februar ist der Visionär vom Kottmar im Alter von 83 Jahren verstorben.

Aus derselben Zeit stammt die Aufnahme vom Mattenspringen. © Sammlung Bernd Dreßler

Die Schanzenanlage ist auch sein Verdienst. Gemeinsam mit Alfred Steigelmann legte er in den 1960er Jahren den Grundstein für die Anlage, die bis heute beliebt ist bei Sportlern – auch über die Oberlausitz hinaus. „Werner Bartsch und Alfred Steigelmann hatten jahrzehntelang ihr zweites Zuhause auf dem Kottmar und widmeten ihre gesamte Freizeit dem Wintersport“, schrieb SZ-Sportreporter Reiner Seifert in einem Beitrag über die beiden Sportler. Werner Bartsch war dabei der „praktische“ Vater der Sprungschanzen. Er koordinierte als ehrenamtlicher Bauleiter den Bau der Anlagen von 1964 bis 1968. Dabei griff er natürlich auch selbst zur Schaufel. Eine Schanze gab es vorher schon auf dem Kottmar. Doch die war damals nach 30 Jahren Standzeit schon ziemlich marode. Reparaturen taten es dann Anfang der 1960er Jahre nicht mehr, sie musste neu aufgebaut werden. Nach langen Ringen bekamen die Sportler auch endlich eine Genehmigung von den Behörden – und bauten ihre Schanze selbst auf. Große Technik konnte damals kaum eingesetzt werden. Die Arbeiten wurden mit einfachem Handwerkszeug wie Hacke, Schaufel und Förderband verrichtet. Darüber sind Aufzeichnungen und Berichte im SZ-Archiv zu finden.

Ende Dezember 1968 konnte die Schanze eingeweiht werden. Auch Weltmeister, Olympiateilnehmer und bekannte Rekordhalter waren seither auf dem Kottmar und den Schanzen zu Gast: Andreas Goldberger, Matthias Buse, Sven Hannawald, Jens Weißflog und viele andere. Ein Höhepunkt im Sportlerjahr ist nach wie vor das Mattenspringen auf dem Kottmar jedes Jahr zu Himmelfahrt.

Auch den Bau des Skiheimes, der Rollerstrecke, auf der die Langläufer trainieren und des Sportplatzes am Skiheim organisierte Werner Bartsch mit. Zudem war Bartsch mehrere Jahrzehnte als Übungsleiter beim Skiclub Kottmar tätig. Er leitete das Trainingszentrum und hatte wesentlichen Anteil daran, dass etliche Skispringer und -läufer vom Kottmar aufgrund ihrer Leistungen die Sportschulen in Oberwiesenthal und Klingenthal besuchen konnten. 2005 ist Werner Bartsch vom Sächsischen Skiverband mit der Ehrennadel in Gold ausgezeichnet worden. Bartsch selbst wollte seine Verdienste nicht in den Vordergrund stellen, betonte immer wieder, dass das alles nur mit der Unterstützung der anderen Sportler und der Familie möglich sei.

Die Skisportler vom Kottmar wollen Werner Bartsch in einer Trauerfeier im Skiheim gedenken. Diese ist für den 20. April geplant. Sie soll erst im Frühjahr stattfinden, weil die Zufahrtsstraße bei Schnee zum Training der Langläufer genutzt wird. Beigesetzt wird er in den nächsten Tagen im Kreis seiner Familie.