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Vaters Liebling: Ausstellung über ältesten Bach-Sohn

Wilhelm Friedemann, der Lieblingssohn von Johann Sebastian Bach, wird zu seinem 300. Geburtstag mit einer Ausstellung geehrt.

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Leipzig. Eine Ausstellung mit dem Namen „Der hochbegabte, wunderliche Liebling seines Vaters“ ist ab 9. September im Bach-Museum in Leipzig zu sehen, das sich eigentlich dem berühmten Papa des Geburtstagskindes widmet. Wilhelm Friedemann Bach (1710-1784) zähle zu den rätselhaftesten Figuren der Musikgeschichte, heißt es in einer Mitteilung des Museums vom Mittwoch. Leben und Schaffen von ihm seien kaum angemessen erschlossen.

Mit Leihgaben aus ganz Deutschland soll die Kabinettsschau bis zum 5. Dezember einen tieferen Einblick bieten. Die Exponate stammen etwa aus Berlin - von der Staatsbibliothek und der Singakademie - und vom Bachhaus in Eisenach. Letzteres steuert für die Schau ein Schulheft bei, das 1902 beim Abriss der Thomasschule in Leipzig gefunden worden war. Zu sehen ist auch eine Skizze mit einer handschriftlichen Gemeinschaftskomposition von Vater und Sohn. „Sie haben sich gegenseitig Aufgaben gestellt, daraus entstand diese “Kontrapunkt- Studie“, erklärte die Leiterin des Bach-Museums, Kerstin Wiese.

Johann Sebastian Bach (1685-1750) hatte 20 Kinder mit zwei Frauen. Wilhelm Friedemann war sein ältester Sohn. Er wurde in Weimar geboren und war schon als junger Mann ein gefeierter Orgelvirtuose. Lange Zeit arbeitete er als Musikdirektor in der Marktkirche von Halle, bis er 1764 den Entschluss fasste, reisender Musiker zu werden. Dabei verarmte der begabte Bach-Sohn. Seine letzten Lebensjahre verbrachte Wilhelm Friedemann verbittert in Berlin. (dpa)