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Geld und Recht

Velvon treibt Banking per App voran

Online-Banking wird immer beliebter. Die Mehrheit der Deutschen genießt inzwischen den Service.

© Pixabay

Auch in Sachsen wird Online-Banking von vielen Menschen genutzt - doch kann Banking per App als zentrale Dienstleistung Erfolg haben? Velvon, eine Tochter der tschechischen Air Bank, möchte dieses Konzept auch hierzulande umsetzen. Welche Chancen hat das Banking per App in Deutschland?

Fakten

Geplant ist der Start des Services in Deutschland für das Jahr 2020. Laut eigener Angaben ist die tschechische Air Bank in ihrem Heimatland bereits seit Jahren erfolgreich: Ende 2016 soll das Unternehmen knapp 35 Filialen, mehr als 700 Mitarbeiter und rund eine halbe Million Kunden in Tschechien gezählt haben. Velvons Plan für die Zukunft ist aber noch innovativer - und riskanter: Denn das Banking per App ist der zentrale Stützpfeiler des Geschäftsmodells, im Prinzip tritt die komplette Bank nur in Form der App in Erscheinung. Nutzer verwalten ihre Konten, schreiben Überweisungen und mehr, alles direkt per Bank-Applikation.

Apps im Finanzwesen Standard

Fakt ist: Apps sind inzwischen zu einem festen Bestandteil im deutschen Bankensektor geworden. Wie wichtig Apps im Finanzwesen inzwischen sind, sieht man auch am Beispiel des Forex Tradings, also dem Handel mit Währungen auf dem Devisenmarkt. Apps erlauben hier einen mobilen, ständig verfügbaren Zugang zu den äußerst volatilen Preisen des Marktes. Dies ermöglicht es Tradern, die Schwankungen der Forex-Preise im Überblick zu behalten und Währungen zum geeigneten Zeitpunkt zu kaufen und zu verkaufen.

Die Sparkassen und Volksbanken verfügen inzwischen ebenfalls über ihre eigenen Online-Banking-Apps. Sogar eine Beratung per Live-Stream ist in manchen regionalen Niederlassungen inzwischen möglich. Diese Kontaktmöglichkeit ist vor allem für jene Kunden wichtig, deren Bankfiliale schwieriger zu erreichen ist. Insgesamt 59 Prozent aller Deutschen verfügen inzwischen über einen Online-Banking-Account. Die Banken müssen mit den Zeiten gehen.

Und zuletzt zeigt auch das Aufkommen von Apps wie Kwitt und Moneybeam, dass Finanzen per App heute zum Standard gehören. Mit den genannten Anwendungen können die Nutzer sich nämlich schnell gegenseitig Geldbeträge überweisen.

Konkurrenz stark

Kann Velvon auf dem deutschen Markt erfolgreich sein? Tatsache ist, dass Konkurrenten wie N26 das Konzept der „mobilen Bank“ in Deutschland bereits etabliert haben. Auch bei N26 können Nutzer ihre kompletten Geldgeschäfte per App nutzen und dazu weltweit an Automaten mit Bankkarten Geld abheben. Velvon wird sich nur durchsetzen können, wenn sich der Funktionsumfang deutlich von der bereits etablierten Konkurrenz unterscheidet. Immerhin: Einen starken Partner hat Velvon im Rücken. Die PPF Group, eines der größten privaten Finanzunternehmen Europas, unterstützt das Unternehmen und bietet letzterem finanzielle Sicherheit. Das könnte für den Erfolg ausschlaggebend sein: Zumindest gegenüber Startups im Banking-Bereich verfügt Velvon daher über einen deutlichen Wettbewerbsvorteil.

Banking per App wird gerade in Regionen wie Sachsen immer beliebter. Mit Velvon möchte nun eine tschechische Bank das Konzept endgültig auch auf dem deutschen Markt etablieren. Apps gehören inzwischen beim Bankenwesen zum Standard. Doch inwieweit Velvon Erfolg gegen Konkurrenz wie N26 haben wird, kann momentan noch nicht mit Sicherheit festgestellt werden. Vielversprechend ist das Konzept in jedem Fall. Entscheidend wird jedoch sein, wie sehr sich die Bank im Vergleich zu ähnlichen Angeboten aus der Masse hervorheben kann.

Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit der externen Redakteurin Holger Müller.